| 6 - Zwischen alt und neu |
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| Die Sophia-Serie - Jahrgang 4 | |
| Sonntag, 01. August 2010 | |
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Download der mp3-Datei hierSo beginnen wir diese gemeinsame Zeit, diesen Augenblick im Jetzt. Und diese Energie, die ich bin, lebt in diesem Jetzt und lädt dich ein, anzukommen. Vielleicht bist du mit deinen Gedanken irgendwo. Vielleicht beschäftigst du dich gerade mit deinem Problem, mit den Herausforderungen, die dir dieser Tag heute gegeben hat und das ist in Ordnung. Aber ich lade dich ein, ganz anzukommen, in diesem Augenblick. Nicht in deinen Gedanken über das Jetzt, wie du dieses Jetzt interpretierst, ob es dir gefällt oder nicht gefällt. Sondern ich lade dich ein, dieses Jetzt wahrzunehmen, an dich heran zu lassen. Dieses Jetzt umgibt dich wie Wasser, wie die Luft, die dich umgibt. Dieses Jetzt strömt durch deinen Körper und es schwingt in jeder Zelle. Es fließt durch deine Nervenbahnen und es bringt eine tiefe Stille, ein tiefes Dasein. Du kannst in diesem Moment eingebettet sein, in diesem Augenblick. Und auch wenn dein Verstand versucht, dieses Jetzt zu kontrollieren, es zu beurteilen und zu bewerten - erlaube dir hinter dem Aufruhr des Verstandes die Stille wahrzunehmen, die Liebe und die Geborgenheit, die dieser jetzige Moment dir bringt. Wenn du dieses Jetzt wahrnimmst und dich davon berühren lässt, kannst du genauso eingebettet sein in deine Seele, in dein Bewusstsein wie ein Baum in die Natur eingebettet ist. Seine Wurzeln sind in die Erde eingebettet. Seine Äste und Zweige sind in den Himmel eingebettet. Er lebt in der Natur, in der Erde, im Himmel, in den Jahreszeiten. Und dieser Baum ist einfach nur da. *** Ich, Sophia, komme heute zu dir, um diesen Augenblick mit dir zu teilen und gemeinsam mit dir auf das zu schauen, was sich momentan in deiner Entwicklung ereignet, und gemeinsam mit dir auf das zu schauen, was bereits geschehen ist und was noch kommen wird - um Ausschau zu halten. Und du weißt bereits, dass du dich auf deinem Weg des Erwachens befindest, dass etwas in dir begonnen hat, sich zu erinnern, sich zu öffnen für dein wahres Sein. Und vielleicht ist diese Erkenntnis für dich noch ganz neu, vielleicht weißt du auch schon länger von deinem eigenen Erwachen. Und ich lade dich ein, heute einmal genau hinzuschauen und zu fühlen, wo du dich in deinem Erwachen befindest. Das ist nichts, was du mit Worten beschreiben kannst. Keine Theorie, kein Urteil, kein Gedanke kann dir das verständlich machen. Aber du hast die Möglichkeit zu fühlen: Ich bin da. Ich nehme mich selbst wahr. Ich nehme meinen Körper wahr. Ich nehme die Luft, den Raum um mich herum wahr. Ich nehme diesen Augenblick wahr. Du kannst dir erlauben, deinem Erwachen im Jetzt zu begegnen. Und es ist heilsam, das zu tun. Denn die meiste Zeit begegnest du nicht deinem Erwachen, sondern du begegnest der Vorstellung, die du vom Erwachen hast. Du vergleichst dich z. B. mit anderen und fragst dich: Bin ich so erwacht wie sie oder wie er? Bin ich jetzt schon weiter auf meinem Weg des Erwachens? Bin ich vielleicht sogar erleuchtet? Oder andere von euch nutzen diese Gedanken, um sich selbst weh zu tun, sich Schmerz zuzufügen, indem ihr sagt: Ich bin noch gar nicht erwacht. Oder: Mein Erwachensweg ist furchtbar langsam. Ich stelle mich so ungeschickt an mit meinem Erwachen. Ich bin überhaupt nicht richtig erwacht. Schon wieder habe ich ein Problem. Schon wieder habe ich Schmerzen. Schon wieder habe ich dieses gleiche Thema. Ich kann nicht erwacht sein. Ich mache irgendetwas falsch. Was mache ich falsch? Woran könnte es liegen? Und so bist du sehr oft mit deinem Verstand beschäftigt und mit dem, was dein Verstand über dich denkt. Das ist nicht die Wahrheit. Es ist nicht dein wirkliches Sein und deine wirkliche Entwicklung, denn diese geht weit über deinen Verstand hinaus. Sie befindet sich jenseits deines Verstandes. Und wenn du möchtest, kannst du dir erlauben, jetzt da zu sein und dein Erwachen zu fühlen. Ohne es zu verstehen, ohne zu wissen, was geschieht, ohne eine neue Theorie zu formen über das, was geschieht. Und der Verstand wird versuchen sich einzumischen. Er möchte sich einmischen und weiter kontrollieren, was du von dir wahrnimmst und was nicht. Aber wenn du Lust hast, gib dir für diesen einen Moment Erlaubnis, dich wahrzunehmen, dir selbst zu begegnen ohne zu denken, ohne Urteil, ohne dass sich Worte bilden in deinem Verstand. Lass dich in deinen Körper sinken, erlaube deinem Atem zu fließen, lass dich da sein, bei dir sein. Diese Übung, die wir gerade gemeinsam teilen, führt dich auf die Ebene des Seins. Und wir wollen uns heute einmal gemeinsam die zwei Ebenen anschauen, auf der die Menschheit gegenwärtig basiert. Die zwei Ebenen des Bewusstseins, die zwei Ebenen der Dualität, die wir uns heute gemeinsam anschauen werden. Und bevor wir das tun, bist du eingeladen, einen kleinen Blick auf die Erde zu werfen, auf die allgemeine Situation, in der sich die Welt im Moment befindet. Du darfst dir anschauen, wo es im Moment besonders ruhig ist und wo es unruhig ist. Du darfst dir diese Stränge und Flüsse der Unruhe anschauen, die sich um diesen Planeten herum bewegen und gleichzeitig bist du eingeladen, die stillen Bereiche auf dieser Erde wahrzunehmen, die Inseln der Stille, die sich rund um diese Erde bilden. Jeder Mensch, der erwacht, bringt mehr Stille auf diese Erde. Jeder Mensch, der erwacht, bildet eine Insel der Stille. Und wo immer viele Erwachende zusammenkommen, bilden sich Inselketten der Stille. Und für einen Moment bist du eingeladen, dieses neue Gleichgewicht auf dieser Erde zu fühlen. Ja, es ist noch sehr viel Altes da. Ja, es ist noch sehr viel Lärm und Unruhe auf dieser Erde spürbar. Aber für diesen Moment erlaube dir, auf diese Inseln der Stille zu achten, die größer werden Tag für Tag, die sich mehr und mehr verankern im Bewusstsein. Für Menschen, die erwachen, sind diese stillen Inseln sehr erstrebenswert. Ihr beginnt Orte aufzusuchen, die euch helfen, still zu werden. Es ist ein ganz natürlicher Drang da, Tag für Tag diese Stille immer wieder zu spüren. Einige von euch beginnen zu atmen, zu meditieren. Oder ihr macht lange Spaziergänge oder bewegt euch einfach mehr und mehr in der Stille, denn etwas in euch sagt: Diese Stille ist wundervoll. Diese Stille ist gar nicht langweilig, sondern voller Leben. In dieser Stille komme ich einer Liebe nahe, die ich so lange vermisst habe. Ich komme mir selbst nahe. Ich erkenne mich, ich begegne mir, ich berühre mich, mein wahres Sein. Und Menschen, die dieses Erwachen noch nicht begonnen haben, auch sie nehmen die Inseln der Stille wahr. Aber sie nehmen sie eher so wahr, wie man einen blinden Fleck wahrnimmt. Man nimmt nicht wahr, was diese Stille ist, man nimmt nur wahr: Da ist nicht das, was ich gewohnt bin. Da ist nicht die Ebene von Lärm, von Chaos, von Schmerz, von Gedanken, von Wirbel, die ich kenne. Und die erste Feststellung, die Menschen haben, wenn sie so eine Stille in dir oder irgendwo in der Welt wahrnehmen, ist eine Irritation. Die Frage kommt auf: Was ist denn das? Was begegnet mir da? Ich verstehe es nicht. Ich kann es nicht einordnen. Und meistens werden diese Momente der Begegnung ein riesiges Feuerwerk von Gedanken auslösen, denn der Verstand versucht, diese Insel der Stille zu interpretieren. Es gelingt ihm nicht, denn diese Stille ist nichts, was der Verstand interpretieren kann, was er beurteilen kann, was er bewerten kann. Diese Stille ist einfach. Denn wenn der Verstand etwas wahrnimmt, das er nicht kontrollieren kann, verursacht das zunächst ein Feuerwerk der Gedanken: Hm, ich glaube es ist das. Nein, ich glaube es ist das. Oder könnte es das sein? Oder das oder vielleicht das oder das? Und vielleicht hast du das schon einmal erlebt, dass du in dieser Stille bist und jemandem begegnest, der auf einmal irritiert ist, durch deine Präsenz. Vielleicht ist es die Kassiererin im Supermarkt, die auf einmal nicht mehr genau weiß, wie die Kasse funktioniert oder sich verspricht oder deine EC-Karte fallen lässt oder deinen Namen falsch eintippt oder dir das Wechselgeld falsch zurückgibt oder etwas nicht mehr findet, was sie jetzt brauchen würde, z. B. einen Kugelschreiber. Es entsteht ein kleines Durcheinander, da, wo du bist, um dich herum, wo die Stille in dir das alte Bewusstsein berührt. Diese Stille, die du bist, zeigt dem Verstand, dem alten Bewusstsein, dass es noch etwas anderes gibt, hinter dieser Schicht aus Gedanken, aus Vorstellungen, aus Rollenspielen, aus Leid. Es gibt noch etwas anderes. Und der Verstand anderer Menschen - und dein eigener Verstand natürlich auch - fühlt sich davon bedroht. Er möchte am liebsten einen Staudamm aufbauen, um dieses Nichts herum, um diese Stille, die er nicht richtig wahrnehmen und einschätzen kann, aufzuhalten. Der Verstand kämpft um sein Überleben, wenn er der Stille begegnet. Vielleicht ist dir das auch einmal geschehen, dass du Menschen begegnet bist, Freunden, Familie, alten Bekannten, die dich lange nicht mehr wahrgenommen haben, die auf einmal feststellen, dass etwas anderes in dir ist, was sie nicht einschätzen können. Und auf einmal fangen die Fragen an zu wirbeln. Und auf einmal machen sie sich Sorgen um dich. Oder sie sind verwirrt oder werden wütend oder sind traurig, weil sie das Gefühl haben, du bist nicht mehr da. Es kann auch sein, dass jeglicher Kontakt mit bestimmten alten Bekannten endet, weil sie wahrnehmen: Du bist nicht mehr da. Und sie noch nicht offen sind zu fühlen: Was ist das tiefere Sein in dir, das in dir zum Vorschein kommt, das größer ist als deine Persönlichkeit, größer als die Geschichte, die sie sich von dir gemacht haben, größer als die Oberfläche. Das würde bedeuten, dass sie ebenfalls erwachen. Und so mag es sein, dass in dieser Zeit, wo gleichzeitig das alte Bewusstsein, die Oberfläche, und das neue Bewusstsein, das Ganzheitliche, hier auf dieser Erde existieren, dass es da, wo die beiden Bewusstseine sich berühren, Wellen gibt. Der Verstand schlägt Wellen. Das Sein schlägt Wellen. Es gibt eine Berührung, eine Ebene von Begegnung. Und das alte Bewusstsein versucht noch zu dementieren, dass das Neue existiert. Die Wissenschaft bestreitet, dass es das neue Bewusstsein gibt. Die Wissenschaft hat Angst, sich lächerlich zu machen, abgestempelt zu werden, als spirituell, als unprofessionell, als lächerlich dargestellt zu werden. Und deshalb verleugnen sie, dass es da noch etwas gibt. Noch etwas, das man nicht berechnen kann, das man gar nicht so leicht in Worte fassen kann. Etwas Größeres. Die Oberfläche des alten Bewusstseins versucht verzweifelt, sich zu behaupten, ihren Rang beizubehalten, den sie so lange Zeit hatte. Das, was du vielleicht als Normalität bezeichnen würdest, das normale Leben, das normale Bewusstsein, das normale Verhalten - es versucht sich zu behaupten und so zu tun, als sei es weiterhin normal, als gäbe es nichts anderes. Und dabei gibt es seit vielen Jahren etwas anderes auf dieser Erde, das im Verborgenen angefangen hat zu wachsen, das angefangen hat zu erblühen, zu reifen, Früchte zu tragen. Und dieses Etwas, dieses Neue, reift und entwickelt sich auch in deinem Inneren. Und auch in deinem Inneren spielt sich all das ab, was ich gerade auf der äußeren Ebene beschrieben habe. In deinem Inneren bilden sich Inseln der Stille. Und in deinem Inneren gibt es Momente, wo dein altes Bewusstsein mit diesem Neuen zusammentrifft. Das sind die Momente, wo du auf einmal Angst bekommst und vielleicht das Gefühl hast: Ich weiß ja gar nicht mehr, wer ich bin. Wer bin ich denn eigentlich? Was ist denn eigentlich real und was ist nicht real? Welche neue Vorstellung von mir selbst kann ich mir denn jetzt machen? Wie kann ich mich denn in Worte fassen? Wie kann ich mich erklären? Denn dein Verstand, dein Bewusststein hat Angst, wenn es diesem neuen Sein begegnet, denn dieses neue Sein ist einfach. Ohne Gedanken, ohne oberflächlich zu sein, normal zu sein, in irgendwelche Schubladen zu passen. Es ist einfach da. Es ist da wie ein Baum, den dein Verstand zwar gern erfassen möchte - aber die Essenz dieses Baums bleibt für deinen Verstand unerreichbar. Der Verstand kann sich dieser Essenz annähern, aber er kann sie nicht kontrollieren. Vielleicht kannst du wahrnehmen, wie unterschiedlich diese zwei Bewusstseinsebenen sind. Die alte Bewusstseinsebene, wo du über dich selbst nachgedacht hast: Ich bin ein solcher Mensch, der das und das mag und das und das nicht mag. Und das sind meine Ziele, und das ist, was ich nicht erreichen will, und das ist, was ich unbedingt erreichen will. Und das bin ich. Und die neue Ebene ist diese direkte Begegnung mit deinem Sein, mit dem Leben, das durch deinen Körper fließt, mit dem Bewusstsein, das deinen Körper geschaffen hat. Mit dem Bewusstsein, das so unendlich liebevoll und intelligent ist, dass es einen Körper erschaffen kann, der - obwohl die Medizin und eure Forschung schon jahrelang daran forschen - immer noch nicht entschlüsselt werden konnte. Denn der Verstand ist kleiner als das Bewusstsein, das deinen Körper geschaffen hat. Der Verstand ist kleiner als das Bewusstsein, das dein Leben erschafft. Der Verstand ist kleiner als die Essenz in deinem Inneren, die lebt und sich immer wieder neu durch dich hindurch ausdrücken möchte. Es ist eine Zeit, in der das menschliche Bewusstsein sich selbst wieder findet und wahrnimmt: Ich bin nicht diese äußeren Gedanken und Strukturen. Ich bin das Leben und die Kraft und die Größe dahinter. Das ist die Zeit, in der das Alpha und das Omega sich begegnen. Der Ursprung, aus dem ich komme und die Schöpfung, die ich bin, begegnen sich und können sich anschauen und können erkennen, dass wir eins sind. Alpha und Omega sind eins, bilden eine Einheit. Dein Verstand kann damit nichts anfangen. Wie gesagt, das, was wir heute besprechen und das neue Bewusstsein, das in dir heranreift, geht über deinen Verstand hinaus, über die kleinen Vorstellungen, die der Verstand in seiner kleinen Kiste zusammen gesammelt und aufgestapelt hat. Und du hast stolz darauf gezeigt und gesagt: Das ist neue Energie. Aber das Bewusstsein, das du wirklich bist, das dich lebendig macht, geht weit darüber hinaus, geht weit darüber hinaus. Und deshalb ist der Prozess des Erwachsens vergleichbar mit dem Prozess des bewussten Sterbens. Das bewusste Sterben ist die Zeit im Leben eines Menschen, wo die äußere Form durchlässiger wird und das wahre Sein hinter der Form wieder anfängt zu schimmern und zu leuchten. Und die Menschen, die bewusst sterben, die sich bewusst dieser Erfahrung hingeben, fangen an zu leuchten, fangen an zu strahlen. Etwas in ihnen wird wieder sichtbar, das immer hinter ihrer Persönlichkeit da war. Aber während die äußere Persönlichkeit zerfällt, wird das Bewusstsein, das Licht in ihnen deutlich sichtbar. Das Erwachen ist ein ähnlicher Prozess. Nur bleibst du dabei in dieser äußeren Form bestehen. Und es wird dir innerlich bewusst, dass du nicht diese äußere Form bist. Du bist nicht all diese Dinge, die du von dir glaubst. Du bist nicht die Geschichte, die du erlebt hast. Du bist viel, viel mehr als das. Die Liebe der femininen Energie lädt dich ein, zu erlauben, dass alte Formen in deinem Leben vergehen, zu erlauben, dass sich ein Raum öffnet, wo dein wahres Sein hindurchblitzt, hindurchschimmert und zum Vorschein kommt, wer du wirklich bist. Feminine Energie, die Weisheit in dir, lädt dich ein zu fühlen, dass du dadurch nicht Schaden nimmst, dass es weder deinen Körper noch das unsterbliche Leben in dir bedroht, wenn diese Verstandesstrukturen zerfallen. Sondern - im Gegenteil - es ist eine Öffnung, eine Neugeburt, wo dein wahres Sein zum ersten Mal sichtbar wird. Und dein Verstand wird in der ersten Zeit nicht sehr glücklich sein mit dieser Entwicklung des Erwachens. Der Verstand wird zunächst immer wieder versuchen, eine neue Theorie zu finden, eine neue Struktur, an der er sich festhalten kann. Und das ist zunächst auch in Ordnung. Viele von euch haben bemerkt, dass es hilfreich ist, weich zu atmen und durch dieses weiche Atmen mehr im Sein anzukommen. Aber vielleicht habt ihr auch festgestellt, dass der Verstand sofort versucht, sich am Atmen festzuhalten. Es ist nicht so ganz einfach, sich am Atmen festzuhalten für den Verstand, weil das Atmen ist fließend und formlos und weich. Aber selbst da versucht der Verstand eine Struktur zu finden: Wie muss ich genau atmen? Was ist das „richtige“ Atmen? Ah, so ist es richtig. So kann ich das Atmen „machen“. Und schon hast du das Atmen verloren. Dein Verstand ist wieder am Steuerrad und lenkt und kontrolliert und bestimmt und verdeckt das eigentliche Atmen, das nur ein Weg in die Stille ist. Es ist weder eine Struktur, noch ist es eine Theorie. Es ist ganz einfach der Atem, der in diesem Moment durch dich hindurch strömt, auf den du achten kannst, der dich deinem wahren Sein näher bringt. Und die Unruhe hinter oder vor diesem Sein, die Unruhe, die jetzt aufkommt, die sagt: Aber ich will das verstehen, aber ich will es machen, aber ich will eine genaue Beschreibung, ich will Punkte, ich will Abfolgen, an die ich mich halten kann – all das ist der Anteil von dir, der sich so im Verstand verirrt hat, dass er nicht mehr weiß, dass er vergessen hat, woher er wirklich kommt und wer er wirklich ist. Die Unruhe in dir, die jetzt aufkommt, der Schmerz, das Leid in dir, das du jetzt wahrnehmen kannst, ist der Teil von dir, der seinen Ursprung vergessen hat. Das Alpha, das das Omega vergessen hat oder das Omega, das das Alpha vergessen hat. Dieser Teil von dir ist stecken geblieben in seinem Leid, in seiner Angst, in seiner Unruhe, in seinem Kampf ums Überleben. *** Und du hast die Möglichkeit und zum ersten Mal seitdem diese Erde existiert, haben viele, viele Menschen die Möglichkeit zu wählen: Möchte ich mich diesem Bereich in mir zuwenden, der im Chaos ist, der sich selbst vergessen hat, oder möchte ich mich diesem Bereich in mir zuwenden, der sich selbst ist. Das Bewusstsein in mir, das sich selbst wieder gefunden hat, Stille, der Ort jenseits meines Verstandes. Das ist die Wahl, die du treffen kannst. Das Bewusstsein strebt allgemein in Richtung Erwachen, in Richtung Stille, in Richtung tiefe vollkommene Lebendigkeit. Aber in dieser Übergangsphase haben Menschen die Möglichkeit zwischen dem einen und dem anderen zu wählen. Und es mag Momente geben in deinem Tag, wo du so tief in dieses Chaos, in dieses Leid hinein sinkst, dass du für einen Augenblick vergisst, dass es noch etwas anderes gibt. Du bist dann so wütend, so traurig, so verzweifelt, dass du für einen Moment vergisst, dass es die Seele gibt, dass es eine Liebe gibt, die dich hält, dass das nur der Rest des alten Bewusstseins ist, der sich jetzt langsam lösen darf, auflösen darf. Wir sind im Moment hier auf diese Erde in dieser besonderen Situation, dass es zwei Ebenen gibt. Es gibt das alte Bewusstsein, in dem du dich verloren fühlst und kämpfst, in dem dein Verstand auf Hochtouren arbeitet, du ständig versuchst, irgendetwas zu finden, was du nicht finden kannst. Und es gibt diese Stille, das neue Bewusstsein, die Tiefe, die Geborgenheit in dir. In dieser Geborgenheit ist auch Leben und Bewegung. Da entstehen die neuen Schöpfungen, aus der Tiefe deines Seins, ohne Gedanken, ohne Theorie, ohne äußere feste Form. Und du bist in dieser besonderen Situation, dass du zwischen diesen beiden Ebenen hin und her pendeln kannst. Und wenn du diesen heutigen Tag beobachtest, vielleicht fällt dir auf, wie häufig du hin und her pendelst zwischen dem Alten und dem Neuen, dem Alten und dem Neuen. Ein Moment Chaos, dann wieder Frieden. Ein Moment Schmerz und Leiden und dann wieder Frieden. Einen Moment kämpfen, mit dem, was ist und einen Moment, mit dem sein, was ist. Es ist eine Übergangszeit und vielleicht möchtest du wahrnehmen, dass es dir möglich ist zu wählen, in welchem Bewusstsein du dich aufhältst. Das alte Bewusstsein will dir manchmal weismachen, dass du nur noch ein bisschen härter arbeiten oder ein bisschen mehr leiden musst, und dann kommt das Neue. Das alte Bewusstsein hängt immer wieder eine Karotte vor deine Nase und je nachdem, wonach du dich sehnst, sieht die Karotte anders aus. Für jemanden, der nach Geld strebt und unbedingt mehr besitzen will, sagt das alte Bewusstsein: Nur noch ein bisschen mehr arbeiten, dann bekommst das Geld. Und wenn mehr Geld kommt, sagt es: Nur noch ein bisschen mehr arbeiten, dann bekommst du noch ein bisschen mehr Geld. Und viele spirituelle Menschen haben in der Zwischenzeit eine spirituelle Karotte vor ihrer Nase, die sagt: Nur noch ein bisschen länger meditieren, dann werde ich erleuchtet sein. Nur noch ein bisschen härter an mir arbeiten, dann werde ich erleuchtet sein. Oder ihr sagt euch: Nur noch ein bisschen mehr leiden, durch dieses emotionale Desaster hindurch gehen, noch ein bisschen länger weinen und leiden und krank sein, mich schlecht fühlen, und dadurch werde ich Freiheit erlangen. Und vielleicht ist es hilfreich, diese Karotte zu durchschauen, diese Illusion zu durchschauen, dass es irgendetwas in der Zukunft gibt, das du erreichen kannst, in dem du leidest oder hart arbeitest. Das alte Bewusstsein wurde in vielen spirituellen Richtungen als ein Rad dargestellt, das Rad der Wiedergeburt. Es ist ein Hamsterrad, in dem du läufst und denkst: Nur noch eine Umdrehung, noch ein Schritt, dann komme ich endlich vorwärts. Doch so schnell sich das Rad auch drehen mag, im Grunde bleibt es still stehen. Es bewegt sich nicht vorwärts. Es entsteht keine Veränderung dadurch, dass du noch mehr leidest, noch mehr kämpfst, noch mehr hart arbeitest, noch mehr strebst nach etwas, das du erreichen möchtest. Erwachen bedeutet die Illusion zu durchschauen, dass es irgendetwas gibt, das du erst in der Zukunft erreichen kannst. Denn so gesehen, ist das ewige Leben in deinem Inneren nicht verschwunden und du musst es irgendwie künstlich wiederherstellen. Sondern das ewige Leben wurde verdeckt. Verdeckt durch die Ablenkung, verdeckt durch Gedanken, verdeckt durch Drama, durch Geschichten, durch Schmerz, durch Vergessen. Erwachen bedarf keiner Arbeit, sondern einfach nur der Erfahrung deiner selbst. Und es hört sich kompliziert an und er Verstand fragt natürlich sofort: Ja, wie mache ich das jetzt? Wie mache ich das jetzt? Wie komme ich da hin? Der Verstand will wieder eine Karotte finden, will wieder eine Runde in seinem Hamsterrad vollführen. Doch was geschieht, wenn du einfach still bleibst, während der Verstand Purzelbäume schlägt in dir. Kannst du still bleiben, einfach nur da sein? Du kannst mit deinen Augen schauen, mit deinen Ohren hören, kannst das Leben fühlen, das durch deinen Körper fließt, den Atem fühlen, der dich trägt und führt, einfach nur da sein. In dieser stillen Insel ruhen, die du wirklich bist und für einen Augenblick derjenige, diejenige sein, die du wirklich bist, nicht zu kämpfen. Es gibt nichts zu erreichen. Es gibt nichts, was noch getan werden muss. Dich wahrnehmen, bei dir sein. Da beginnt Erwachen. Da beginnt Stille. Da beginnt neues Bewusstsein. Es kann nicht erkämpft werde. Es kann nicht erarbeitet werden. Aber du kannst dich darauf einlassen, diese Stille zu sein, eine stille Insel zu sein, momentan noch umgeben von dem Meer aus Chaos und Lärm. Aber je mehr stille Inseln erwachen, auf denen neue Pflanzen wachsen, entstehen neue Schöpfungen aus dieser Stille. Je mehr diese stillen Inseln präsent sind auf dieser Erde, umso mehr neigt sich das Gleichgewicht des Bewusstseins auf diesem Planeten Richtung Erwachen, Richtung Stille. Und ihr merkt immer daran, dass sich das Bewusstsein gerade eben wieder ein paar Zentimeter mehr Richtung Erwachen geneigt hat, dass gleich darauf ein Wirbel des Alten entsteht. Als ob die alte Energie in Alarmzustand versetzt wird durch diese Veränderung. Und die alte Energie will immer wieder nach dieser Karotte greifen. Und je mehr neues Bewusstsein auf diese Erde kommt, umso unsichtbarer wird diese Karotte. Es gibt nichts mehr, wonach ich greifen kann. Was mache ich jetzt? Was mache ich jetzt? Die Unruhe in deinem Inneren versucht verzweifelt an etwas festzuhalten, an dieser Vorstellung, wie du bist, wer du bist, wie du heißt, wie du aussiehst, an deiner Geschichte, an deinen Vorstellungen. Und je mehr du erwachst, desto weniger ist da, woran sich diese Unruhe festhalten kann. Und was geschieht? Nach einer kurzen Zeit der Rebellion kommt die Unruhe ebenfalls zur Ruhe. Das alte Bewusstsein in dir kommt zur Ruhe, es kommt in die Stille, es wird Teil der Stille. Es wird Teil deines wahren Seins. Das ist die Erlösung, von der Jeshua gesprochen hat. Die Zeit der Erlösung. Erlösung ist nichts, was von außen kommt. Die Erlösung geschieht in den Momenten, wo du es wählst, die Stille zu sein, wo ein Teil von dir zunächst aufschreit und versucht, sich am Alten festzuhalten und dann Teil der Stille wird, erlöst wird von seiner Verhaftung an der Äußere. Du erlöst alle Anteile von dir, die in diesem Rad der Wiedergeburt, im Rad des Karmas hängen geblieben sind und zeigst ihnen die Stille. Und so gesehen, wenn Jeshua davon gesprochen hat, dass er wiederkehren wird, hat er nicht davon gesprochen, dass er als Mensch wiederkehren wird, sondern das, was er auf diese Erde gebracht hat - nämlich das stille, wahre Sein, das alle äußeren Formen überwindet und letztendlich sich selbst befreit und wieder findet. Dieses Erwachen, das Jeshua ist und auf diese Erde gebracht hat, kehrt zurück, in deinem Inneren und im Inneren von allen anderen Menschen. Jeshua hat nur äußerlich demonstriert, was in dieser Zeit des Erwachens in deinem Inneren geschieht. Und so, während du erwachst, erlöst du deinen Schmerz. Du erlöst die Anteile von dir, die noch leiden. Du erlöst die Anteile in dir, die noch hassen und kämpfen wollen. Du erlöst die Anteile, die blind sind und sich selbst vergessen haben. Du erlöst dich selbst von der Illusion des Außen und du schenkst dir das ewige Leben, das dir selbstverständlich nie genommen wurde, aber das du aus den Augen, aus deinem Bewusstsein verloren hast. Und so ist das Erwachen eine Erlösung aus dem Leiden, eine Überwindung des Sterbens, eine Überwindung, eine Transzendierung all dieser äußeren Formen, und du merkst die Stille, die dahinter wohnt, die Liebe, die dahinter wohnt. Die Geborgenheit, die du wirklich bist. *** Und so lebst du in einer sehr spannenden Zeit, in der das Alte und das Neue in deinem Inneren gleichermaßen präsent sind. Diese Zeit, in der du die Wahl hast zwischen dem Alten und dem Neuen und in der du dir erlauben kannst, mehr und mehr diese Stille zu sein, die du wirklich bist. Jenseits von Gedanken und Worten, jenseits von Geschichten und Vorstellungen, jenseits von den alten Strukturen Und das bedeutet nicht, dass in dieser Stille nichts mehr entstehen kann. Das war ein Irrtum, den viele spirituelle Richtungen gemacht haben. Sie dachten, die äußere Welt ist insgesamt schlecht und unwürdig. Und es sei besser in absoluter Meditation, in dieser Innenschau zu verharren und nicht am äußeren Leben teilzunehmen. Doch wenn wir in die Natur schauen, die dem wahren Sein so nahe ist, dann sehen wir, dass die Natur ständig dabei ist, Formen geschehen zu lassen, Schöpfung und Fülle sichtbar werden zu lassen. Aber sie verliert sich nicht in der äußeren Form und bewahrt ihr Sein, sie bewahrt die Stille. Deshalb können wir das größte Naturschauspiel wahrnehmen, wir können am Rand des Grand Canyon stehen, wir können am Ufer des Pazifischen Ozeans stehen, können einen Vulkan beobachten oder einen Dschungel oder einen uralten, unendlich schönen Wald und wir sehen die Blüte der Schöpfung, den unendlichen Reichtum im Außen. Und auf einer tieferen Ebene spüren wir die Stille, das wahre Leben, aus dem diese Fülle entstanden ist und spüren: Die Natur ist weiterhin im Kontakt mit diesem ewigen Leben. Sie hat sich nicht verloren. Der Baum ist verbunden mit der Ganzheit des Lebens. Er hat keine Angst. Er muss weder kämpfen, noch sich fürchten noch sich anstrengen. Er ruht in seinem wahren Sein. Das als kleines Beispiel für dich, damit du dir besser vorstellen kannst, ein Gefühl dafür bekommen kannst, wie es aussieht, im Sein zu leben. Das bedeutet nicht immer nur still dazusitzen, obwohl das manchmal heilsam sein mag für dich. Es mag auch Zeiten der tiefen Kreativität geben, wo das Sein, das Leben durch dich hindurch erschafft, mit dir gemeinsam neue Formen erschafft, aber du verlierst dich nicht in dieser Form. Du brauchst nicht zu kämpfen, brauchst keine Angst zu haben, brauchst die Form selbst nicht zu kontrollieren. Du bleibst verbunden mit deinem Sein und alles, was du erschaffst, bleibt verbunden mit diesem Sein und hat demnach eine heilsame Wirkung auf die Welt in der du lebst. Und so befinden wir uns nicht nur beinahe in der Mitte dieses Jahres, ungefähr in der Jahresmitte, sondern wir befinden uns auch in der Mitte einer Veränderung des Bewusstseins, in der Mitte zwischen alt und neu. Du bist eingeladen, jeden Tag bewusst wahrzunehmen, ob du dich gerade in das alte Bewusstsein hineinbewegst oder ob du dich für das neue Bewusstsein öffnest. Nicht, um dich deshalb zu verurteilen, sondern einfach nur, um dir dessen bewusst zu werden und damit zu sein. Um wahrzunehmen, es ist kein Zufall, dass du erwachst. Die bewusste Entscheidung, im Einklang zu sein mit dem Neuen, lässt dein Erwachen weiter erblühen. Es ist eine besondere Zeit und es ist nicht immer einfach, in dieser Zeit zu leben und in dieser Zeit zu erwachen. Die gleiche Unruhe, die du im Außen wahrnimmst ist auch in dir. Die gleiche Stille, die du wahrnimmst, wenn du z. B. einen Baum anschaust, ist ebenfalls in dir. Und so laden wir dich ein, mehr Aufmerksamkeit auf diese Stille zu richten, diese gemeinsame Zeit zu nutzen, das gemeinsame In-der-Stille-Sein zu nutzen, um dich weiter erblühen zu lassen.
Transkribiert von Christine Seitz
© 2010, Lea Hamann, Königstein im TaunusWir freuen uns, wenn du diesen Text unter Hinzufügung dieser Fußnote auf nichtkommerzielle Weise frei weitergibst oder weiterversendest!Allgemeiner Hinweis zum Thema Channeling:
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