7 - Menschliche Spiritualität PDF Drucken E-Mail
Die Sophia-Serie - Jahrgang 3
Sonntag, 06. September 2009

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Uns so beginnen wir gemeinsam.

So komme ich, Sophia, herein in diesen Raum, um bei dir zu sein, um mit dir Zeit zu verbringen, um mit dir gemeinsam auf all das zu schauen, was sich gerade in deinem Leben verändert. Auf das zu blicken, was sich bereits verändert hat, und nach vorne zu schauen auf das, was sich noch verändern wird.

Es ist eine Freude für mich, bei dir zu sein. Und ich möchte ein wenig Zeit dafür verwenden, bevor wir beginnen: Einfach nur bei dir zu sein, einfach nur in deiner Gegenwart zu sein, meinen Atem fließen zu lassen, meine Aufmerksamkeit bei dir sein zu lassen und diesen Augenblick zu genießen.

Ich nehme mir Zeit, den Stolz auf dich zu fühlen, den ich in mir trage, stolz zu sein auf dich und deinen Weg. Freude zu spüren über all das, was sich auf dieser Erde gerade entfaltet und zum Vorschein kommt. Freude mit dir zu teilen, darüber, dass es dich gibt. Freude zu teilen über deinen Mut, diese tiefe innere Kraft, die in dir wohnt und die Offenheit, die du besitzt, die dir immer wieder erlaubt, einen Schritt weiter zu gehen, und nicht an dem festzuhalten, was dir gestern noch richtig erschien, sondern furchtlos weiterzugehen ins Neue, ins Unbekannte.

Ich, Sophia, lade dich ein, ganz hier zu sein, in diesem Augenblick, und ganz besonders lade ich dein menschliches Selbst ein, hier zu sein. Ich möchte dich einladen, unser heutiges Treffen einmal anders zu erleben. Denn siehst du, bisher warst du es gewöhnt, dich während unserer gemeinsamen Zeit für dein Inneres zu öffnen, für den fühlenden, spirituellen Anteil in dir zu öffnen.

Und das menschliche Selbst ist ein ganz klein wenig zurückgetreten. Und das menschliche Selbst hat nicht genau verstanden, was es ist, was du da tust. Das menschliche Selbst hat sich - bildlich gesprochen - schlafen gelegt, während du dich innerlich geöffnet hast für etwas anderes, für einen anderen Teil von dir selbst.

Und ich, Sophia, möchte dich heute einladen, zuallererst mit deinem menschlichen Selbst und deinen menschlichen Sinnen hier in diesem Raum anzukommen. Heute steht dein menschliches Selbst im Vordergrund. Heute bist du eingeladen, deinem menschlichen Selbst zu erlauben, unsere gemeinsame Zeit zu erleben, zu fühlen und wahrzunehmen.

Das menschliche Selbst soll heute nicht außen vor bleiben. Sondern es hat heute den Ehrenplatz. Es darf heute mitten drin sein, all das erleben, was wir gemeinsam teilen.

Und vielleicht ist das eine Herausforderung für dein menschliches Selbst. Und vielleicht hast du deinem menschlichen Selbst noch gar nie erlaubt, dich ganz wirklich kennen zu lernen. Vielleicht ist dein menschliches Selbst noch immer davon überzeugt, dass du jemand ganz anderes bist.
Jemand viel Kleineres, Unscheinbareres. Jemand, der gar nicht so viel fühlt, Jemand, der gar nicht so viel entstehen lässt und Neues ausprobiert.

Vielleicht hast du in deinem ersten Moment des Erwachens - als du gefühlt hast, da gibt es noch mehr, mehr von dir zu entdecken -  vielleicht hast du einen gewissen Teil deines menschlichen Selbstes zurückgelassen in diesem Augenblick, weil du gedacht hast, du müsstest dich entscheiden. Weil du dir ganz sicher warst, dass dieses neue, leuchtende, glitzernde Selbst, das du gerade mal ansatzweise gespürt hast, ganz sicher nichts mit deinem alten Selbst, mit dem Menschen, der du warst, zu tun haben möchte.

Und so hast du einen großen Teil von dir zurückgelassen. Du hast Freundschaften zurückgelassen. Du hast deine Familie zurückgelassen, einen Beruf, eine Wohnung, ein Selbstbild, deine Identität. Alles, was du bisher warst, hast du zurückgelassen. Und dein menschliches Selbst war ab diesem Zeitpunkt nur noch eine Nebenfigur in deinem Leben. Nicht so besonders wichtig. Es ist dir vielleicht eher einmal lästig gefallen, wenn du deine menschlichen Bedürfnisse wahrgenommen hast.

Durch diese Trennung von deinem menschlichen Selbst ist noch etwas anderes geschehen. Vielleicht hast du auch einmal beobachtet, wie viele spirituelle Menschen auf eine gewisse Art und Weise abgehoben wirken, weltfremd, bleich, verhalten, ernst, kontrolliert, diszipliniert, überheblich. Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, wie sehr die spirituelle Welt entfernt ist von deinem menschlichen Sein, von deinem menschlichen Selbst. Und durch das Zurücklassen von deinem menschlichen Selbst bist auch du ein klein wenig weiter weg von deinem menschlichen Leben gerückt.

Ich, Sophia, möchte dich heute einladen, diese innere Tendenz zu fühlen, diese innere Tendenz, die dir erlaubt hat, voranzugehen, die dir erlaubt hat, Neues zu wählen für dich. Aber die dich auch dazu geführt hat, einen Teil deiner Lebensfreude, deiner Leidenschaft, deines Mitgefühls, deines Menschseins zurückzulassen. Auf eine gewisse Art und Weise bist auch du ein klein wenig durchsichtiger geworden, ein klein wenig abgehobener, ein klein weniger überheblicher und weltfremder. Und das ist nichts Schlimmes.

Doch ich, Sophia, möchte dich heute einladen, in Erwägung zu ziehen, ob du dieses bunte, unperfekte, leidenschaftliche, starke Wesen, das du wirklich bist,  dein menschliches Selbst, zurückkehren lassen möchtest in dein Leben.

Es wird dich auf gewisse Art und Weise daran hindern, zu sehr ins Extrem zu geraten. Dein menschliches Selbst wird dich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dein menschliches Selbst wird dir dabei helfen, nicht überheblich und weltfremd zu sein, sondern hier zu sein und Anteil zu nehmen, an dem, was du und andere gerade erleben.

Kannst du beginnen, dein menschliches Selbst wieder schätzen zu lernen, diese Liebe, diesen Stolz für dich selber wieder zu entwickeln? Zu beobachten, dass dieser Körper, dieses menschliche Selbst mit all seinen Bedürfnissen gar nicht dein Feind ist. Dass es gar nicht das ist, auf das du verzichten musst. Es ist nichts, was schlecht ist, nichts was dich zurückhält - vielleicht nur etwas, das sich mehr ins Gleichgewicht kommen lässt.

***

Denn auch dein menschliches Selbst hat eine tiefe Weisheit. Eine sehr grundlegende, einfache Weisheit, aber deshalb nicht weniger wertvoll. Dein menschliches Selbst wird dich immer darauf aufmerksam machen, wenn du dir selbst wehtust, wenn du hart über dich urteilst, wenn du dir deine Bedürfnisse versagst und dich zwingst zu verzichten.

Dein menschliches Selbst wird dich darauf aufmerksam machen, indem es traurig ist, indem es weint, indem es dir sagt: Schau, du fügst mir Schmerz zu, es tut weh. Das menschliche Selbst wird dir helfen, anders und liebevoller mit dir selbst umzugehen.

Denn siehst du dein spirituelles Selbst, das nicht so sehr mit der Erde verbunden ist, hat dafür oftmals gar keinen Sinn. Das spirituelle Selbst in seiner Extremform strebt immer nur nach Veränderung, nach der nächsten Erkenntnis, dem nächsten Schritt, dem nächsten Seminar oder dem nächsten Kurs, dem nächsten Buch, dem nächsten Heiler oder Guru entgegen.

Und es vergisst, dass wir nicht nur dafür auf dieser Erde sind, um möglichst schnell durch alle Erfahrungen durchzurauschen. Sondern wir sind hier, um jede Erfahrung in ihrer Tiefe zu erleben. Um Freude zu finden an jedem Abschnitt unseres Weges. Um das Leben in seiner Tiefe zu erfahren, nicht nur an der Oberfläche darüber hinweg zu gleiten.

Und so lade ich, Sophia, dich ein: Glaubst du, dass es möglich ist, dein menschliches Selbst, da, wo du es vor ein paar Jahren oder auch vor ein paar Jahrzehnten hast stehen lassen - glaubst du, dass es möglich ist, dein menschliches Selbst wieder einzuladen. Ihm deine Tür zu öffnen. Dein menschliches Selbst anzulächeln und die Schönheit in dir wieder zu finden. Nicht die Perfektion, nicht das oberflächliche Ziel, nicht die Rolle, die du spielen wolltest, sondern ein wenig mehr dich so zu sehen, wie du wirklich bist.

Kannst du all das, auf das du verzichtest hast, wieder zurückkehren lassen in dein Leben? Die meisten von euch haben auf Freundschaft und menschliche Nähe verzichtet. Ihr habt bewusst oder unbewusst euch all eurer Freunde entledigt, und ihr habt es nicht erlaubt, dass neue Freunde in euer Leben kommen.

Und das spirituelle Selbst trägt so viel Härte in sich, so viel Weltfremdes, siehst du. Das spirituelle Selbst fühlt nicht den Schmerz der Einsamkeit. Es weiß gar nicht, warum es wichtig ist, Freunde zu haben, gemeinsam zu lachen, gemeinsam Erfahrungen zu machen. Das spirituelle Selbst sieht nur den nächsten logischen Schritt, die nächste logische Erkenntnis. Und es versteht nicht, warum man dafür Freunde braucht.  Warum man Schönheit und Geborgenheit braucht. Das spirituelle Selbst hat ein ganz anderes Ziel vor Augen, eine ganz andere Vorstellung davon, was Glück bedeutet.

Und so möchte ich, Sophia, dich heute einladen zu erwägen, ob es noch angemessen ist, die Tür zu Freundschaften weiter verschlossen zu halten. Und damit meine ich nicht oberflächliche Freundschaften, die du nur weiter in deinem Leben behältst, weil du dich verpflichtet fühlst, die dir im Grunde lästig sind. Ich meine diese Herzensfreundschaften zwischen einem Menschen und noch einem anderen Menschen. Wie verschieden diese beiden Menschen auch sein mögen. Wie unterschiedlich der Weg, den sie gehen. Ich meine diese Freundschaft, diese Anteilnahme, diesen Humor, den wir nur hier auf dieser Erde erfahren können.

***

Kannst du dir das wieder erlauben? Kannst du die menschlichen Bedürfnisse, die du in dir trägst wieder ehren und Ja dazu sagen? Und nicht mehr nur länger glauben, es sei Zeitverschwendung, wirklich zu leben. Nicht mehr länger nur glauben, dass der Wunsch nach einer schönen Wohnung reine Zeitverschwendung sei. Nicht mehr länger glauben, es sei unnötig, denn man kann ja auch in einem kleinen Zimmer weiter an sich selbst arbeiten, weiter Erkenntnisse sammeln. Nicht mehr länger nur glauben, dass deine körperliche Schönheit und Entfaltung reine Ablenkung sei, reine Oberflächlichkeit.

Sondern zu spüren, dass dein menschliches Selbst genauso nach Entfaltung, nach Schönheit strebt wie dein spirituelles Selbst, aber einfach auf einer anderen Ebene. Das menschliche Selbst wünscht sich, dass dein Körper anfangen darf, deine Schönheit wieder zu spiegeln, dass dein Körper beginnen darf, wirklich du zu sein. Wirklich wiederzugeben, wie schön, wie vollkommen du eigentlich bist.

Und dieses Bedürfnis ist nicht oberflächlich. Dieses Bedürfnis heißt nicht, dass du immer noch verhaftet bist mit niederen Wünschen, die dich von deinem Weg abhalten. Sondern dieses Bedürfnis ist ein Bedürfnis deines menschlichen Selbstes, das sich auch nach Entfaltung sehnt, das sich auch danach sehnt, mehr zu sein als es jemals zuvor war.

Und kannst du beginnen, auch dieses Bedürfnis anzunehmen. Auch diesem Bedürfnis Erfüllung zu gewähren. Denn siehst du, du warst in den letzten Jahren sehr ungerecht mit dir. Du hast deine Aufmerksamkeit ungleichmäßig verteilt. Du hast deinem inneren, deinem spirituellen Selbst viel mehr Zeit und viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Du hast ihm viel mehr Wert beigemessen. Und das menschliches Selbst blieb immer ein klein wenig auf der Strecke.

Es sind nicht nur Freundschaften auf die du verzichtet hast. Es ist nicht nur die körperliche Schönheit, die körperliche Balance und das Wohlgefühl in deinem Körper, das du dir versagt hast. Es gibt noch so viel mehr an einfachen, menschliches Bedürfnissen, die du dir vorenthalten hast, die du nicht für spirituell genug hältst, die du außen vorlässt.

Und vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass du nie ganz glücklich sein konntest, nur mit deinem spirituellen Selbst. Dass es sich nie ganz so lebendig und erfüllt anfühlen konnte. Dass du immer das vage Gefühl hattest, da ist noch etwas das fehlt.

***

Und es ist nicht dein Fehler. Es ist nicht, dass du noch schneller vorangehen müsstest. Dass du dich noch mehr entwickeln müsstest. Sondern vielleicht ist es an der Zeit, langsamer zu werden, innezuhalten und zu überlegen, ob du diesen wichtigen Teil von dir wirklich weiter an die zweite Stelle setzen möchtest.

Oder ob du beginnen willst, Mensch zu sein, spiritueller Mensch zu sein. Ob du beginnen möchtest, dich noch tiefer in dieses Leben hineinzubegeben. Noch mehr auf alle deine Bedürfnisse zu achten, nicht nur auf ein paar wenige. Noch mehr ja zu sagen zu all den schönen Dingen, die sich dein menschliches Selbst ersehnt.

Dein menschliches Selbst hat gar keine Lust mehr zu verzichten, hat gar keine Lust mehr, einsam zu sein, hat gar keine Lust mehr, still zu sein und sich selbst zu unterdrücken. Dein menschliches Selbst will genauso im Vordergrund stehen, will genauso zu deinem Leben beitragen wie dein spirituelles Selbst es auch möchte.

Für diejenigen von euch, die Definitionen gerne mögen: Vielleicht könnten wir sogar definieren, dass das spirituelle Selbst mehr dem maskulinen Prinzip gleicht und das menschliche Selbst mehr dem femininen Prinzip gleicht. Dass das Spirituelle in dir immer weiter nach vorne gehen will, sich immer weiter neu entwickeln möchte, neu finden möchte, neu erfahren möchte.

Und das menschliche Selbst ist es, das ankommen will hier auf der Erde, das Geborgenheit und Stille und Genuss braucht, um wirklich glücklich zu sein. Das menschliche Selbst, das sich nach Schönheit sehnt, nach innerer und äußerer Schönheit sehnt.

Und vielleicht kannst du beginnen, diese beiden Teile von dir in ein neues Gleichgewicht kommen zu lassen. Du musst nicht so weit ins Ungleichgewicht gehen, bis dein menschliches Selbst krank wird vor Traurigkeit, krank wird vor Entbehrung, vor Verzicht und Grausamkeit.

Du kannst heute beginnen, dein menschliches Selbst wieder anzunehmen, dich mit deinem menschlichen Selbst wieder anzufreunden und zu spüren, es will dich nicht zurückhalten, aber es möchte mit dabei sein. Es möchte miterleben, mitfühlen, miterfahren, wie du lebst, wie du dich entwickelst und wie du erblühst. Es möchte nicht weiter im Schatten stehen und wie ein Feind behandelt werden, den du überwinden möchtest. Sondern es möchte mir dir gehen, mit dir sein.

Und das menschliche Selbst – wenn du dich dafür entscheidest – wird dir dabei helfen, ein schöneres Leben zu haben, ein Leben mit mehr Freundschaft, mehr Liebe, mehr Austausch, mehr Genuss, mehr Schönheit.  Mit all den menschlichen Dingen, die du so lange zurückgestellt hast.
Das menschliche Selbst ist eine wundervolle Lehrerin für dich, die dir zeigen kann, zur Ruhe zu kommen, anzukommen, liebevoll mit dir selbst umzugehen, Ja zu sagen zu einem so essentiellen Teil von dir selbst.

***

Es geht nicht darum, die Welt zu überwinden, dich zu überwinden, einen Teil von dir zu verdrängen und zu verdammen. Es geht wirklich darum, mit allem, was du bist, Ja zu sagen. Denn Meisterschaft bedeutet, Ja zu sagen. Ein Ja in alle Richtungen, auf allen Ebenen. Ein Ja zum Menschsein. Ein Ja zu deiner Seele, zu deinem spirituellen Selbst. Ein Ja zu allem, was du bist.

Ein Meister braucht den Körper und das menschliche Selbst nicht zu fürchten. Ein Meister braucht keine Angst haben, dass das Genießen des Lebens ihn daran hindert zu wachsen. Ein Meister weiß: Es ist alles für mich da. Ich darf alles annehmen, alles erleben, alles genießen. Alle Türen stehen mir offen.

Bist du bereit, über diesen alten Graben der Trennung hinweg zu steigen und eine neue Freundschaft zu beginnen mit dir selbst? Dein Leben wird sich dadurch verändern.

Einige von euch, die sehr streng mit sich waren, die das Spirituelle wie eine strenge Disziplin praktiziert haben, ihr werdet merken, dass das menschliche Selbst, sobald ihr es einladet, euch dazu bringen wird, alles leichter zu nehmen. Ihr werdet diese harten Strukturen nicht mehr einhalten können. Ihr werdet spüren, dass viel mehr Raum geschaffen wird für Freude. Raum für die kleinen und großen Dinge des Lebens. Ihr werdet spüren, dass ihr gar nicht mehr so hart sein wollst zu euch selbst. Vielleicht werde ihr spüren, dass euer Urteil über euch selber kleiner wird. Und auch das Urteil, das ihr über andere Menschen gefällt habt, kleiner wird.

Vielleicht bemerkt ihr es, wenn ihr mit Freunden sprecht, die ihr früher verurteilt habt. Und heute merkt ihr einfach nur, wie gern ihr sie habt, genau so wie sie sind. Und dass es gar nicht wichtig ist, perfekt zu sein. Ein unausgewogenes Bild des Perfektseins zu erfüllen. Sondern ihr werdet ihre Schönheit – ihre wahre Schönheit – sehen können. Ihr werdet die wahre Schönheit in eurer Familie sehen können, in euren Arbeitskollegen, in eurem eigenen Körper, in eurem eigenen Zuhause.

Ihr werdet diese einfachen Dinge wieder wahrnehmen können, die ihr schon als Kind wahrgenommen habt. Und ihr werdet merken, dass ihr euch deswegen nicht langsamer auf eurem Weg entwickeln werdet, sondern eher schneller. Es braucht so viel mehr Zeit, wenn nur ein Teil von dir die Erlaubnis hat, zu wachsen und zu gedeihen, als wenn alles von dir die Erlaubnis hat zu entwickeln. Erst dann kann das Leben einfacher und erfüllter sein, erst dann.

Und ein weiterer wichtiger Punkt, dem ihr begegnen werden, wenn ihr euer menschliches Selbst wieder annehmt, ist, diese tiefe Liebe, diesen tiefe Stolz auf dich selbst wieder zu finden.
So wie du als Kind stolz auf dich warst und dich geliebt hast, so wie du warst. Genauso kannst du heute wieder beginnen, dich anzunehmen, auf dich stolz zu sein, hinter dir zu stehen, hinter all dem, was du bist, was du tust. Dieses tiefe Ja zu dir selber wieder zu finden.

Denn siehst du, du hast auch diesen Teil von dir zurückgelassen und dich so stark in diese spirituelle Welt zurückgezogen, weil ein Teil von dir dich dafür gehasst und  verachtet  hat, dass du anders bist, dass du so bist, wie du bist.  Ein Teil von dir hat sich für dich geschämt. Für die Fragen, die du hattest, für das Anderssein, das du an dir wahrgenommen hast. Ein Teil von dir hat sich so geschämt, dass du entschlossen hast: Ich kann gar nicht mehr ein ganz normaler Mensch sein, der hier auf der Erde lebt und sich entfaltet und erblüht. Ich kann nur mit anderen spirituellen Menschen sprechen. Nur sie können mich verstehen. Nur mit ihnen kann ich befreundet sein oder Zeit verbringen.

Und so hast du dich weiter und weiter zurückgezogen von dir selbst. Und hast gar nicht gemerkt, gar nicht wahrgenommen, dass es eine Liebe gibt für dich, so wie du wirklich bist, mit all den Gegensätzen in dir, mit dem menschlichen Selbst und dem spirituellen Selbst, die so unterschiedlich sind und sich so wunderbar ergänzen.

Du hast gar nicht gespürt, dass es eine größere Liebe für dich gibt, so wie du bist. Du warst so gefangen in deinen Geschichten, dass andere Menschen dich nicht mehr verstehen, dich verurteilen und dich auslachen, dass du gar nicht gespürt hast, wie du dich nicht mehr verstanden hast, wie du dich verurteilt hast und wie du über dich selber gelacht hast. Du hast gar nicht gemerkt, wie ein Teil von dir schier zerbrochen ist. Wie ein Teil von dir gedacht hat: Na gut, dann darf ich eben nicht mehr bei dir sein, nicht mehr atmen, mich nicht mehr weiter entwickeln. Dann muss ich eben verzichten. Dein menschliches Selbst hast wieder und wieder verzichtet, wieder und wieder verloren, wieder und wieder klein beigegeben und geschluckt.

Und vielleicht ist es an der Zeit, nicht länger über dich selbst zu lachen, dich nicht länger komisch zu finden, dich nicht länger zurückzuhalten und zu verstecken. Nicht länger, dich innerlich so sehr abzulehnen. Vielleicht wird es Zeit, alles von dir da sein zu lassen, auch die Gegensätze, auch dass es keine Sinn für dich ergibt, alles da sein zu lassen und zu spüren: Es gibt eine tiefere Liebe für dich. Deine Seele hat eine neue Liebe, eine neue Energie, in der alles, was du bist, wachsen und gedeihen kann. In der alles, was du bist, dieses Leben leben darf. In der kein Aspekt von dir verzichten muss, kein Bedürfnis von dir unterdrückt werden muss, abgespalten werden muss. In  der alles von dir seinen Platz hat. Alles von dir beitragen darf, was es beizutragen hat.

***

Das ist die heutige Einladung, die ich, Sophia, dir bringen möchte. Es ist eine neue Form von Spiritualität, die du für dich entdecken kannst. Ich möchte es eine menschliche Spiritualität nennen. Ohne diese Kälte, ohne diese Härte, das Urteil, das ständige An-dir-arbeiten, das ständige Kritisieren, das ständige Unterdrücken deiner wirklichen Bedürfnisse. Ich möchte es eine menschliche Spiritualität nennen.

Das, was bereits Jeshua (Jesus) gelebt hat, der sich erlaubt hat, so tief in die menschliche Erfahrung einzutauchen. Und der gemerkt hat, dass es ihm hilft, noch einfühlsamer zu sein, noch mehr Verständnis zu haben, noch mehr Liebe für sich selbst zu entwickeln. Es war nicht sein Ziel, über den Dingen zu stehen und das menschliche Leben zu verachten und schlecht zu reden. Es war sein Ziel, durch dieses Leben hindurch zu gehen und zu wachsen. Dieses Leben nicht länger zu fürchten.

Und so lade ich, Sophia, dich ein zu diesem nächsten Schritt, dieser neuen Zeit der menschlichen Spiritualität, die zunächst einmal ganz unscheinbar, ganz normal wirkt. Gar nicht so schrill und extrem ist, wie du es von früher kennst, die keine Disziplin hat, keine Regeln, keine Entbehrungen, keine Opfer, keine Urteile. Sondern die dich einfach nur einlädt, Mensch zu sein.

Denn vielleicht, nur vielleicht ist es gar nicht notwenig aus diesem Leben etwas zu machen, das es nicht ist. Vielleicht ist es nicht notwendig, eine Religion zu machen, eine Struktur zu erfinden, eine Disziplin zu erfinden, etwas Künstliches dem Leben zuzufügen. Vielleicht ist das Leben Religion genug. Vielleicht ist jeder Atemzug Spiritualität genug. Vielleicht ist jede menschliche Erfahrung, die du machst, Entwicklung genug für dich. Vielleicht ist es nicht notwendig, dem Leben künstlich etwas hinzuzufügen, deiner Erfahrung künstlich etwas zuzufügen. Vielleicht ist das Leben Einladung genug. Vielleicht reicht es zu leben, ganz und gar. Vielleicht reicht es, du selber zu sein so wie du bist, ganz und gar. Vielleicht musst du gar nichts Besseres aus dir machen, einen besseren Menschen, eine bessere Seele, einen disziplinierteren Menschen. Vielleicht reicht es, du selbst zu sein, mit all den Ecken und Kanten, die du hast, die du bist, mit all den Höhen und Tiefen deiner Erfahrung, mit dem menschlichen Selbst und dem spirituellen Selbst und der Liebe deiner Seele. Vielleicht ist das schon genug.

Vielleicht braucht es gar nicht diese große Anstrengung, diesen Lebenskampf, den du so lange gekämpft hast. Vielleicht ist es nicht notwendig, dich und andere zu verbiegen. Vielleicht ist es nicht notwenig, an dir zu arbeiten. Vielleicht reicht es, du selbst zu sein, dich zu entdecken, dich kennen zu lernen, mit dir Freundschaft zu schließen. Vielleicht hast du dieses Leben gewählt, um all das Aufgesetzte schmelzen zu lassen, um all die Strukturen, die aus Angst entstanden sind, gehen zu lassen. Um all das Kämpfen in deinem Inneren, das Streben in dir zu beenden, um einfach nur da zu sein.

Vielleicht ist das der Schlüssel, den du gerade in dir findest. Vielleicht reicht es, dass eine Blume fühlt, dass es genug ist, eine Blume zu sein. Nicht länger zu versuchen, etwas anderes darzustellen, etwas anderes zu erfüllen. Und vielleicht bist du genauso eine Blume, vollständig, ausreichend, wunderbar genauso wie du bist

Diese neue menschliche Spiritualität ist eine Einladung an diejenigen von euch, die genug gekämpft haben, sich genug angestrengt haben, sich lange genug verurteilt haben. Diejenigen von euch, die wirklich bereit sind, zu leben und die Schönheit des Lebens zu genießen, ganz und gar.

Und zunächst wird es vielleicht so scheinen, als ob du gar nicht mehr spirituell bist, als ob all das, was dich die ganze Zeit beschäftigt hast, für das du gekämpft hast, für das du gearbeitet hast und lernen wolltest, auf einmal nebensächlich ist. Als ob dein Wissen nichts mehr wert ist, die vielen Gedanken, die du dir über dich selbst gemacht hast, unwichtig sind. Für einen Moment scheint es vielleicht, als würdest du alles verlieren.

Ich, Sophia, möchte dich durch diese Zeit des Wandels begleiten und dir näher bringen, dass eine neue Weisheit, eine neue Gelassenheit, eine neue Liebe in deinem Inneren wächst. Es ist dieselbe Liebe, die Jeshua für all die Menschen empfunden hat, die ihm begegnet sind. Dieselbe Achtung, dieselbe Wärme, derselbe Humor, dieselbe Menschlichkeit und Verletzlichkeit, die Jeshua mitgebracht hat.

Jeshua war kein Lehrer, der sich auf ein Podest gestellt hat und gesagt hat: Ich bin mehr als du. Ich weiß den Weg besser. Und du bist so schlecht, du musst ein Leben lang arbeiten, um so zu sein wie ich. Und selbst dann wirst du es nie schaffen. Jeshua hatte einfach nur diese Liebe. Diese Liebe, diese neue menschliche Spiritualität war in ihm so entfaltet. Und er hat uns gezeigt: Das ist der Weg. Das ist die Zukunft, die auch du erleben wirst, wenn die Zeit reif ist.

Und ich, Sophia, komme herein, um dich zu erinnern: Die Zeit ist reif, diese menschliche Spiritualität in dir erblühen zu lassen. Zu beobachten, was geschieht, wenn ein Mensch lebendig ist. Und obwohl Menschen schon seit unendlich langer Zeit auf diesem Planeten leben, obwohl es viele Zivilisationen gab, viele Kulturen, die kamen und gingen, so gibt es doch nur eine Handvoll Menschen, die wirklich lebendig sind. Die wirklich hier sind, die wirklich Ja sagen zu sich selbst.
Die so zufrieden sind mit sich. Die so sehr fühlen, dass sie richtig sind, so wie sie sind.

Und das ist es, was die neue Zeit bringt, zu was dich diese neue Zeit dich einlädt: Wirklich zu leben, wie niemals zuvor. Einen Schritt näher zu kommen zu dir. Du wirst andere Menschen erkennen, die ebenfalls diesen Weg der menschlichen Spiritualität gehen.

Und diejenigen, die am wenigsten spirituelle Erfahrung mit sich tragen, für die wird es am leichtesten sein, weil sie ihre Unschuld bewahrt haben. Sie haben gar nicht erst begonnen, so stark an sich selbst zu manipulieren, zu verändern, zu arbeiten.

Es ist genau, wie Jeshua gesagt hat: Seid wie die Kinder. Erlaubt euch diese Unschuld, diese Leichtigkeit, diesen Humor mit euch selber und beginnt zu staunen, über diesen neuen Abschnitt, der gerade erst beginnt. Die menschliche Spiritualität, die auf diesem Planeten gerade erst erwacht. Es ist wahrhaftig eine besondere Zeit.

***

Und ich, Sophia, lade dich ein, so gut zu dir zu sein, so viel Geduld mit dir zu haben wie nur möglich. Es geschehen große Dinge tief in dir. Und es ist an Zeit, dich zu schätzen mit all dem, was du erlebst, liebevoll mit dir zu sein, so wie du heute bist.

Ich, Sophia, gehe voller Freude mit euch allen diesen Weg, teile euere Erfahrung, teile eure Fragen, eure Neugier, eure Freude, eure Angst, eure Zweifel und lade euch ein: Lasst uns diesen liebevollen Atemzug gemeinsam atmen, diesen liebevollen Atemzug, der erlaubt, dass die menschliches Spiritualität auf dieser Erde beginnen darf, ein neues liebevolles Zeitalter beginnen darf.

Lasst uns diesen weichen Atemzug gemeinsam atmen und beobachten, wie ein sanftes Leuchten sich ausdehnt, sich ausbreitet überall auf dieser Erde, überall auf dieser Erde.

So beginnen wir gemeinsam.

 


 

Transkribiert von Christine Seitz

 

© 2009, Lea Hamann, Königstein im Taunus
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Über Sophia:
Sophia ist eine feminine Energie, die das Erwachen und die Entwicklung der Menschheit durch ihr Verständnis und Ihre Weisheit begleitet. Ihre Botschaften sind einfach und tiefgehend. Lea Hamann arbeitet seit einiger Zeit persönlich und beruflich mit Sophias Energie. Sie begann Sophia im Jahr 2007 öffentlich zu channeln. Seitdem begleitet uns Sophia in monatlichen Channelings, der Sophia-Serie. Sie lädt uns ein, wieder mit der femininen Energie unserer Seele vertraut zu werden.
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