Wie wir unser Wetter beeinflussen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Mittwoch, 12. August 2009

Seit Sophia in unserem ersten "Rückkehr der Göttin"-Seminar angemerkt hat, dass es zur Weisheit der femininen Energie gehört, das Wetter zu beeinflussen, habe ich begonnen das Wetter auf neue Art und Weise wahrzunehmen. Mein Verstand hat es damit natürlich schwer. Mein Verstand glaubt, das Wetter kommt von außen. Irgendeine äußere, logische Kraft produziert das Wetter - und wir Menschen müssen das Beste daraus machen. Manchmal heißt das, dass Ziegel vom Dach fallen, Ernten ausfallen oder Wasser im Keller ist. Und manchmal heißt es, dass man sich auf den Liegestuhl in die Sonne legen kann.

Hier auf Kauai haben wir vor eine Woche eine Hurricane-Warnung bekommen. Der Hurricane Felicia, ein Sturm der Stärke 4 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 km pro Stunde, näherte sich der hawaiianischen Inselkette. Wer schon einmal auf Kauai war, weiß, dass die Bauweise hier nicht besonders stabil ist. Die Häuser wirken oft so fragil und offen, als wären sie nur aus ein paar dünnen Bretterwänden gemacht - was sie meist auch sind. Ein Hurricane kann da schon einiges zerstören. Für mich brachte diese Erfahrung ein großes Geschenk mit sich.

Als ich abends noch ein wenig atmen wollte, bemerkte ich, dass hier auf dieser Insel gerade eine neue feminine Energie geboren wird. Und es ist niemand da, der diese Energie liebevoll und sanft fließen lässt. Da die meisten Menschen auf jede Art von Veränderung mit Abwehr und Panik reagieren, entstehen Stürme und extreme Wettersituationen. Weil die Energie nicht liebevoll und behutsam fließen kann, muss sie rau und extrem fließen. Da ich Tag für Tag Energien auf diese liebevolle Art und Weise fließen lasse, habe ich einfach einmal ausprobiert, ob ich sogar die Energie für Kauai, diese ganze Insel, fließen lassen kann. Das Schöne war, dass ich mit jedem Atemzug tief in meinem Inneren zu spüren begann: Ja, ich kann das. Ich wähle den sanften Weg. Ich habe keine Angst vor dieser neuen femininen Energie, ich heiße sie willkommen. Nach einer Weile fühlte ich mich, als wäre die ganze Insel am Fließen, und die harten Krusten im Bewusstsein, die das Neue abhalten wollten, wurden weicher und weicher. Am nächsten Morgen wurde in den Nachrichten berichtet, der Hurricane sei nur noch ein tropischer Sturm, er habe sich abgeschwächt und seinen Kurs geändert.

Ich machte es mir zur Gewohnheit, immer wieder über den Tag hinweg, die Energie fließen zu lassen. Immer wieder in diesen sanften, ruhigen Rhythmus zurückzukehren. Ab und zu spürte ich, dass es auf der Insel auch einige Kauaianer gibt, die ebenfalls mit den Energien atmeten. Sie haben einen besonderen Gesang, mit dem sie das Meer und den Wind besänftigen. Es fiel mir auf, dass diese weisen Menschen hier auf der Insel alle Männer sind. Sie sehen den Sturm, die Wellen, das Meer, aber sie haben noch gar nicht bemerkt, dass mitten auf der Insel, im Herzen der Insel, eine neue Energie geboren wird. Auf einmal wusste ich ein klein wenig mehr, warum mich Sophia eingeladen hat, ausgerechnet in dieser besonderen Zeit hier zu sein. Als Hebamme für die neue feminine Energie von Kauai.

Es ist schön, so tief in den Zauber der femininen Energie einzutauchen. Und diese Weisheit wieder anzuwenden. Es braucht Mut, nicht auf den Verstand zu hören, der alles analysieren und verstehen will: Aber wenn doch alle auf Kauai einen Hurricane wählen, wie kannst du es dir erlauben, einfach etwas anderes zu wählen? Sophias Antwort brachte mich zum Lachen: Wer uns einlädt, muss auf den Hurricane leider verzichten. Wir leben in so viel Liebe und Behutsamkeit, da ist für eine Katastrophe kein Platz.

Und was ich auch wahrnehme ist, dass die Natur immer nach dem einfachsten Weg sucht. Die Erde will keine Erdbeben. Sie möchte überhaupt keine Menschen töten oder ihre Häuser zerstören. Es ist wahrscheinlich die schlimmste Vergewaltigung, die wir unserer Erde antun, dass wir sie zu unserem Feind machen. Die Energien der Erde und des Bewusstseins warten geradezu auf Menschen, die sie liebevoll und behutsam fließen lassen, so dass Veränderung sanft geschehen kann.

In den Naturreligionen gab es immer diejenigen, die dafür sorgten, dass alle Energien im Fluss sind. Die Nahrung, das Wetter, der Lebensraum, die Entwicklung der Gruppe von Menschen, alles sollte ganz natürlich fließen - zum Wohle aller. Nur wir heutigen Menschen haben vergessen, dass wir genauso, wie wir in unserem Inneren für Harmonie sorgen, auch im außen Harmonie erlauben können.

Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn ich mit in die Panik und die Opferhaltung eingestiegen wäre. Wenn ich dem Hurricane Tür und Tor geöffnet hätte. Ich weiß, dass mein Hiersein, mein bewusster Umgang mit Energien, eine ganze Menge Stille eingebracht hat. Heute haben wir mit einem Mann gesprochen der hier das Appartmentgebäude verwaltet. Er war begeistert darüber, dass Hurricane Felicia so sanft an uns vorbeigezogen ist. Nach einer Weile meinte er: Jetzt mache ich mir Sorgen um den nächsten Hurricane, der soll im September kommen. Dann lachte er und meinte: Da seid ihr ja dann nicht mehr hier.