Was macht das Tun so anstrengend? PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Samstag, 31. Juli 2010

Die letzten Tage habe ich mich beim Arbeiten beobachtet und festgestellt, dass mir das Tun manchmal leicht von der Hand geht und manchmal wird es anstrengend. Zunächst konnte ich nicht genau sagen, warum das Tun auf einmal anstrengend wird, denn oft veränderte sich die Qualität von angenehm zu anstrengend innerhalb von wenigen Minuten. Gerade eben war noch alles im Fluss und auf einmal beginnt es zu stocken.

Ich muss dazu sagen, dass meine Sitzungen für mich nicht in den Bereich „Arbeit“ gehören. Wenn es allerdings darum geht, Rechnungen zu schreiben, meine Buchhaltung zu machen, Seminare zu planen, Informationsemails zu verschicken und Teilnehmerlisten durchzugehen – das ist dann doch eher Arbeit für mich…

Wenn ich am Computer sitze fällt mir auf, dass ich damit beginne eine einzige Sache zu tun. Ich bearbeite eine Teilnehmerliste. Das ist weder anstrengend, noch unangenehm. Es ist eine ruhige Tätigkeit. Klick hier und klick da, einfüllen, abspeichern, sichern, fertig.

Doch auf einmal kommt der Gedanke: „Oh ich müsste ja auch noch diese und jene Liste durchschauen.“ Dieser Gedanke bringt eine Unruhe und ein Drängen mit sich. Er bringt eine ganze Herde anderer Gedanken mit sich. Auf einmal fällt mir so ziemlich alles ein, was ich in den nächsten zehn Jahren noch erledigen muss und die ganze Lawine bricht über mir zusammen.

Das ist anstrengend.

Nicht die Tätigkeit die ich ausübe, ist anstrengend, sondern der innere Druck und die Gedanken, die dabei aufkommen. Die Tätigkeit, die gerade im Vordergrund steht, kann mir sogar dabei helfen, präsent zu sein. Jetzt im Augenblick schreibe ich. Ich kann mit der Stille in mir verbunden bleiben, während ich schreibe – oder den unruhigen Gedanken folgen, die überlegen wie viele Beiträge ich (in meinem Leben) noch schreiben werde.

Was mir hilft, ein wenig mehr ZEN in mein Tun zu bringen ist die einfache Regel: Immer nur eine einzige Tätigkeit ausüben. Nicht zehn Programme auf einmal offen haben und an vier Texten gleichzeitig schreiben, sondern jede Tätigkeit bewusst beginnen und bewusst beenden. Wenn ich ganz gut bei mir bin, versuche ich sogar mit der Tätigkeit, die ich gerade ausübe still zu werden (was noch nicht immer klappt).

Der Computer kann eine Quelle der Unruhe sein, vor allem, wenn das Internet dazu kommt – oder er kann uns dazu herausfordern klar zu werden und es einfach zu halten: Ich tue das, was ich jetzt tue.

Bild: Jurvetson Some Rights reserved.