| Was machst du eigentlich beruflich? |
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| Blogs - Leas Blog |
| Geschrieben von: Lea Hamann |
| Dienstag, 22. November 2011 |
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Da fand ich sehr passend, als vor ein paar Tagen per Email diese Frage von einer Leserin unserer Webseite bei mir eintrudelte: Liebe Lea, ich habe folgende Frage:
Da ich mich gerne als spirituelle Lehrerin / Lebensberaterin selbstständig machen würde, ich aber über keinerlei Ausbildung hierzu verfüge, traue ich mich noch nicht so richtig und wenn ich dann von anderen Menschen gefragt werde was ich denn dazu gelernt habe etc., dann verlässt mich all mein Mut und ich fange an zu stottern und werde total unsicher und verunsichert und hinterlasse ein Bild von Unzulänglichkeit und Unwissenheit. So kommt doch niemand zu mir, so nimmt doch niemand meine Arbeit in Anspruch. Dann fühle ich mich so elend und klein und das lässt mich dann immer wieder zurückschrecken und dann lasse ich wieder alles fallen.
Wenn Dich ein Klient oder ein Seminarteilnehmer nach Deiner Ausbildung fragt, oder was Dich dazu befähigt diese Arbeit zu tun, welche Zertifikate, Zeugnisse oder Weiterbildungen Du vorweisen kannst oder gemacht hast, was antwortest Du dann?
Vielen Dank für Deine Antwort.
Hallo meine Liebe, das Leben schickt uns meistens genau die Erfahrungen, die uns dabei helfen können, alte Härten in unserem Inneren loszulassen. Das ist zwar zunächst unangenehm, aber auf lange Sicht hilft dir dein Leben gerade, dich selbst mehr zu öffnen für deinen Weg. Du kannst dich ja einmal fragen, welche Vorstellungen du mit diesem Beruf Lehrerin/Lebensberaterin verbindest. Wie muss jemand deiner Meinung nach sein, um diesen Beruf auszuüben? Hast du diese Erwartungen auch bei anderen Berufen? Wie muss ein Bäcker sein? Wie muss ein Gärtner sein? Solange du diesen Vorstellungen treu bleibst, solange werden dich diese Vorstellungen einschränken. Wenn du von dir erwartest, dass du immer vollkommen überzeugt und immer absolut selbstsicher bist - und in jeder Hand fünfzehn Abschlusszeugnisse hältst - dann machst du es dir sehr schwer. Wer ist schon immer selbstsicher? Ich persönlich habe keine herkömmlichen Ausbildungen gemacht. Wenn ich etwas gefunden hätte, das mich anspricht, hätte ich sicher nichts dagegen gehabt, aber so habe ich einfach immer wieder inspirierende Menschen in meinem Leben gehabt (Lehrer oder Vorbilder), die mich auf meinem eigenen Weg unterstützt haben. Wenn mich also jemand fragt, was für eine Ausbildung ich habe, kann ich sagen: Keine. Oder ich kann sagen: Jeder Tag meines Lebens ist meine Ausbildung - ich bin immer mitten drin! Viel wichtiger als meine Worte ist jedoch meine Bereitschaft, mit alten schmerzhaften Gefühlen zu sein, die aufkommen: Das Gefühl nicht gut genug zu sein, oder das Gefühl etwas falsch zu machen. Ich kann diesen Gefühlen liebevoll begegnen und sie ins Fließen bringen. Durch mein Mitgefühl für die schwache, verletzliche Seite in mir, kann diese Seite wachsen und heilen. In einem meiner ersten Seminare habe ich meinen Teilnehmern gesagt: Sprecht einfach aus dem Herzen, wenn euch jemand fragt, was ihr genau macht. Es ist nicht so wichtig, einem anderen Menschen in aller Ausführlichkeit auf die Nase zu binden, was man tut. Ich kann ja auch nicht genau nachvollziehen, was viele andere Menschen tun, die einen speziellen Beruf haben und bin froh, wenn mir jemand nur erklärt: Ich mache etwas mit Computern oder Ich arbeite in einem Büro. Da habe ich dann ein Gefühl dafür, ohne dass ich gleich alle Spezialbegriffe dieses Berufs kennen muss. Wenn jemand mehr wissen möchte, kann er fragen. Eine schöne Wahrheit ist, dass letzten Ende die Freude an deinem persönlichen Ausdruck ist, die andere Menschen dazu einlädt, deine Unterstützung anzunehmen. Anstatt dich also auf das zu konzentrieren, was du nicht bist (oder noch nicht so wie du es dir wünschst) konzentriere dich auf das, was du bereits bist. Beginne zu üben, zu spielen und dich für deinen Weg zu öffnen. Viel Freude dabei, Lea |




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