Umziehen... PDF Drucken E-Mail
Blogs - Leas Blog
Geschrieben von: Lea Hamann   
Freitag, 28. Oktober 2011

Vor ein paar Tagen haben wir folgende Anfrage erhalten:

„Wäre schön, wenn Ihr, nachdem wieder Ruhe bei Euch eingekehrt ist, mal einen Blog über Euren Umgang mit dem ganzen Umbau, Renovierung und Umzug schreiben könntet. Wie Ihr das, trotz der vielen Arbeit, entspannt und im Fluss bleibend, ohne in Stress abzudriften, hinbekommen habt. Ich empfinde das so und das finde ich wirklich erstaunlich und super ;-) ... und ich würde darüber auch gerne noch etwas lernen.“

Zunächst einmal fällt mir dazu ein, dass wir in Zeiten der äußeren Veränderung besonders viel Verständnis für uns selbst aufbringen müssen. Es gibt immer Anteile, die sich an bestimmten Dingen im Außen festgehalten haben. Es gibt Anteile, die das Gefühl von Zuhause mit einer bestimmten Wohnung, bestimmten Geräuschen und Gerüchen verbinden.

Wenn sich all das schlagartig verwandelt, dann haben die Anteile das Gefühl, dass ihr Zuhause verschwindet. Dabei können alle möglichen Gefühle aufkommen. Je mehr Verständnis wir für uns selbst aufbringen, je mehr wir die Aufmerksamkeit im Inneren halten, desto offener sind wir für das, was zu tun ist.

Kurz bevor wir umgezogen sind, habe ich beim Ausfüllen des Nachsendeantrags von der Post einen Ratgeber zum Thema Umzug erhalten. Ich habe kurz durchgeblättert und mir fiel auf, dass wir nichts von all dem beachtet haben, was in diesem Ratgeber steht. Wir haben nicht schon Monate vorher die Logistik unseres Umzugs geplant. Wir haben keine tausend Pläne geschmiedet, damit der Umzug perfekt verläuft.

Viel eher haben wir wahrgenommen, dass der Umzug bevor steht und seine ganze eigene Dynamik mitbringt. Jeden Tag hat der Umzug sich etwas mehr in unserem Leben bemerkbar gemacht. Bilder sind von den Wänden verschwunden und Regale waren auf einmal leer. Doch anstatt dem Verstand zu folgen, der eine bestimmte Vorstellung von diesem Umzug hatte, sind wir ganz einfach dem Umzug selbst gefolgt.

Wenn man in keiner bestimmten Vorstellung ist, dann kann man in jedem Moment wahrnehmen, was zu tun ist. Es drängt sich einem förmlich auf. Man bleibt ganz einfach im Fluss mit dem, was zu tun ist. Ab und zu ist gar nichts zu tun. Dann nutzt man die Zeit, um zu Atmen und die Stille wahrzunehmen.

Es wäre ein wenig übertrieben zu behaupten, dass dieser Umzug in jedem Moment traumhaft angenehm war! Ich bin einige Nächte zwischen drei und fünf Uhr wach gelegen und habe bemerkt, wie viel Aufregung und Wirbel in mir aufkommt. Dann war ich mit diesem Wirbel und dieser Aufregung. Dann gab es auch Momente, wo es einfach körperlich anstrengend war. So viele Kisten tragen - selbst mit viel Unterstützung - war anstrengend.

Wenn man in jedem Moment offen bleibt, für das was ist, dann findet man tief im Inneren eine Leichtigkeit und einen Frieden, der trägt. Wenn wir uns dort verankern, wo der innere Frieden ist, gibt das einen ruhigen Pol, um den herum sich alles bewegen darf.