Übung macht den Meister PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Montag, 01. März 2010

Manchmal staune ich darüber, wie oft wir von uns selbst Perfektion erwarten. Alles muss von vorneherein perfekt sein. Wir können uns erst zeigen, wenn wir das Gefühl haben, perfekt zu sein. Vielleicht zeigen wir uns deshalb nie. Denn wir sind nicht perfekt. Zumindest nicht in unseren Augen.

Das Streben nach Perfektion erstickt jede Form von Kreativität und Entwicklung. Erst wenn wir bereit sind, Fehler zu machen und zu üben, erst dann haben wir den Raum für Wachstum, den wir brauchen. Deshalb ist die herkömmliche Schule ja auch so destruktiv für unsere Kreativität, weil diejenigen - nur diejenigen - die genau das machen, was ihnen gesagt wird, belohnt werden. Der Schüler, der in seinem Deutsch-Aufsatz seiner Kreativität freien Lauf lässt, bekommt eine schlechte Note. Denn eigener Ausdruck, Entwicklung und Kreativität sind nicht erwünscht. Schade.

Ich habe mittlerweile das Spielen mit Bauklötzen wiederentdeckt, um meine kindliche Kreativität wiederzufinden, die ich auf der Schulbank verloren habe. Denn heute brauche ich sie. Für meinen Beruf, für meine persönliche Entwicklung – für mein gesamtes Leben.

Etwas zu üben, was man noch nicht kann, ist eine feine Sache. Momentan übe ich zum Beispiel, Brot zu backen. Ich übe früh aufzustehen. Ich übe zu meditieren. Ich übe, mit mehr Autorität meinen Hund an der Leine zu führen. Ich übe mehr Ordnung in mein Leben hereinzulassen. Ich übe mehr Kontakt mit der Erde aufzunehmen.

Dieses Üben weckt meine Entdeckerfreude, meinen Humor und die Leichtigkeit in meinem Leben. Bin ich perfekt in diesen Bereichen? Nein. Ich übe.

Manchmal macht es Freude das eigene Üben mit anderen zu teilen und gemeinsam zu üben. Stell dir vor wir würden all die Zeit, die wir sonst damit verbrauchen über unser Leben zu klagen, stattdessen zum Üben nutzen? Wir könnten üben, Englisch zu lernen. Wir könnten üben, zu atmen. Wir könnten üben, unserer Seele noch mehr zu vertrauen…

Wie oft erlaubst du dir, etwas zu üben?

Wie oft lädst du andere ein, mit dir gemeinsam zu üben (und gemeinsam zu lachen)?