Regen im Paradies PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Donnerstag, 12. Mai 2011

Der zweite Tag hier auf Kauai brachte eine Überraschung mit sich: Es begann zu regnen. Regen ist hier nichts ungewöhnliches, denn schließlich beherbergt die Insel Kauai den Ort mit dem höchsten Niederschlag auf der Erde. Doch meistens fällt der Regen im Inneren der Insel, in den unzugänglichen Canyons. In den Wohngebieten und an den Stränden gibt es höchstens kurze Schauer.

Es ist so warm hier, dass die Einheimischen sich nie bemühen eine Regenjacke anzuziehen. Sie wissen, dass die Sonne gleich wieder zum Vorschein kommt und alles trocknen wird.

Diesmal war es ein anderer Regen, der uns hier erwartet hat. Eine riesige Regenfront ist in den letzten Tagen von unten nach oben über alle hawaiianischen Inseln hinweg gezogen. Dieser tropische Regen hatte es wirklich in sich. Es hat geschüttet, bis die Wiese vor unserem Haus einem Sumpfgebiet glich. (Auf dem Foto ist eine andere Wiese zu sehen, auf der das Wasser einen halben Meter tief stand. Die Kraniche und Reiher haben sich gefreut und kamen in Scharen herbeigeflogen, um in diesem neuen Sumpfgebiet zu fischen.)

In unserem kleinen Cottage trommelte der Regen auf das Dach – so laut dass wir uns kaum noch verständigen konnten. Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass inzwischen alle Bücher, jedes Blatt Papier, das wir dabei hatten, Wellen bekommen hat.

Nachdem wir zunächst etwas irritiert waren über diese Überraschung, haben wir uns auf die Energie der Insel eingestimmt. Auf einmal wurde uns klar, dass die Inseln gerade durch eine Reinigungsphase gehen. Wir konnten spüren, wie die Erde das Wasser herbeiruft und sich von den Fluten des Regens reinwaschen lässt.

Es ist bestimmt kein Zufall, dass wir in diese Reinigung mitten hineingeraten sind. Der Regen hat uns weich gespült. Der Regen hat uns ein Stück weit mitgewaschen und ins Fließen gebracht. Der Regen hat uns auch gezeigt, dass wir uns im Gegensatz zu unseren Reisen in den vergangenen Jahren in einer neuen Zeitqualität befinden.

Es ist jetzt wichtig, sich auf das Innere zu konzentrieren und sich dem eigenen Heilungsprozess voll und ganz hinzugeben. Natürlich gibt es Momente voller Schönheit und Leichtigkeit – doch die Heilung steht im Mittelpunkt. Wohin wir auch gehen auf der Erde, die Zeichen stehen auf Veränderung.

So haben wir die letzten Tage damit verbracht zu atmen, zu meditieren, nach innen zu spüren und der Veränderung zu folgen – genau so wie wir das zuhause auch tun. Der Luxus ist, dass die Erde uns hier so bedingungslos unterstützt. Dank, Regen!