Mutter-Erde-Nahrung PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Mittwoch, 16. November 2011

Seit einigen Monaten ernähren Matthias und ich jetzt anders. Unser Leitmotiv sind die Einfachheit und die Lebendigkeit der Erde, der Natur. Wir haben zunächst alle tierischen Produkte weggelassen, und alles, was künstlich hergestellt wird. Übrig bleiben die frischen, lebendigen Geschenke von Mutter Erde.

Es ist wahrscheinlich nicht so inspirierend, immer nur zu hören, was wir nicht mehr essen (wenn uns Leute fragen). Deshalb dachte ich, dass ich ab und zu einmal erwähne, was wir essen. Ich kann euch zwar hier nicht die genauen Rezepte wiedergeben, aber ich kann euch einen kleinen Überblick geben, wie unsere Ernährung sich entwickelt hat.

Ich finde es wichtig, nicht nur auf die Hauptmahlzeiten zu achten, sondern auch zwei kleine Snacks zwischendurch einzuplanen. Wir essen regelmäßig und nie „wenig“, sondern immer so viel wir möchten - oder auch mal etwas mehr…

 

Mittwoch, 9.11.

Frühstück:

  • Grüner Smoothie aus Grünkohl und Grapefruit
  • 1 Schale Erdnüsse (eine halbe Stunde nach dem Smoothie)
  • 1 großer Esslöffel Cashwemus

Snack:

  • Grüner Smoothie (wir heben morgens immer die Hälfte auf)

Mittags:

  • Rohkostteller mit Karotten, Rote Beete, Salat und gerösteten Sonnenblumenkernen

Snack:

  • 2 große Äpfel

Abends:

  • 1 großer Blumenkohl (lecker!) dazu Bohneneintopf und Hirse

 

Donnerstag, 10.11.

Frühstück:

  • Grüner Smoothie aus Salat, Stangensellerie und Birne
  • 1 Schale voll Erdnüsse
  • 1 großer Esslöffel Cashwemus

Snack:

  • Grüner Smoothie (2. Hälfte vom Morgen)

Mittags:

  • Gemüsepfanne mit japanischen Buchweizennudeln und Sojasauce

Snack:

  • Getrocknete Feigen und Haselnüsse

Abends:

  • Selbstgemachter Rotkohl mit braunem Reis und Maroni

 

Freitag, 11.11.

Frühstück:

  • Grüner Smoothie aus Salat, Pfefferminze, Trauben und Birne
  • 1 Schale voll Erdnüsse
  • 1 großer Esslöffel Cashwemus

Snack:

  • Grüner Smoothie (2. Hälfte vom Morgen)

Mittags:

  • Rohkostteller mit Feldsalat, Karotten, Sellerie, gerösteten Kürbiskernen und die übrigen Bohnen aus dem Bohneneintopf vom Vortag als Beilage

Snack:

  • 2 Äpfel

Abends:

  • Pilzpfanne (Austernpilze, Kräuterseitlinge) mit braunem Reis (Matthias gibt am Ende etwas Cashewmus in die Pilzsauce, zum Eindicken)

 

Worauf ich mich schon jetzt freue:

Spaghettikürbis - diese Sorte von Kürbis haben wir kürzlich erst entdeckt. Wenn man ihn kocht, entstehen tatsächlich lauter kleine Fäden - ähnlich wie Spaghetti und es schmeckt absolut lecker.

Rosenkohl - als Kind musste man mich dazu überreden, jetzt kann ich gar nicht genug davon bekommen.

Kürbiseintopf - Hokkaidokürbis, Pastinaken, Petersilienwurzel und Kartoffeln werden zu einem wirklich leckeren Eintopf.

Sauerkraut - In dieser winterlichen Zeit gibt es für mich nichts Besseres als wirklich frisches Sauerkraut. Dazu essen wir Buchweizen. Wir bestellen unser Sauerkraut hier.

 

Was sich verändert hat:

Meine Beziehung zum Essen hat sich absolut gewandelt. Besonders durch das Weglassen der tierischen Produkte fühle ich mich befreit und irgendwie erleichtert. Der Körper verändert sich auf jeden Fall.

Ich glaube dass viele Menschen eine Ernährungsumstellung beginnen und denken: „Ich bleibe gleich, aber ich ernähre mich anders.“ Das kann nicht funktionieren. Wenn wir unsere Ernährung umstellen, dann wandelt sich unser Körper, unser Körpergefühl, unser Lebensgefühl, unsere Emotionen und unsere Beziehung zum Essen. Wir müssen während so einer Umstellungsphase viel Zeit einplanen, um mit all den Gefühlen die aufkommen zu sein und die Energien liebevoll fließen zu lassen.

Ich habe vor einigen Monaten in einem Buch über Rohkost gelesen, dass unser doch sehr künstliches Essen, das wir heute als normal empfinden, süchtig macht. (Da ging es z.B. um Mehl und Zucker, Fertiggerichte und Süßigkeiten, aber auch um Brot, Käse…usw.) Damals hielt ich diese Aussage noch für übertrieben.

Doch heute kann ich das absolut unterstreichen. Der Körper wird süchtig nach künstlicher Nahrung, die er eigentlich gar nicht verwerten kann. Das natürliche Bedürfnis, genährt zu werden, verbindet sich mit diesen künstlichen Produkten, die aber eigentlich gar nicht nähren, und so entsteht eine Abhängigkeit.

Es war für mich gar nicht so leicht, dieser Abhängigkeit zum Essen zu begegnen, während wir umgestellt haben. Nicht nur körperliche Abhängigkeit kam auf, sondern auch emotionale Abhängigkeit. Nicht nur was wir essen, sondern auch was wir damit verbinden, wandelt sich. Es war schön zu spüren, dass ich all diesen Aspekten begegnen kann und so immer mehr Raum entsteht. Was einmal wie ein riesiger Berg erschien, ist heute nur noch ein kleiner Hügel.

Wie immer empfehle ich niemandem, unsere Ernährungsweise einfach nachzumachen. Wir sind noch immer am Experimentieren und Beobachten. Vier Monate sind keine lange Zeit und wir müssen erst erleben, wie sich die Ernährung in den kommenden Jahren bewährt. Es kann aber sicherlich nicht schaden, künstliche Produkte wegzulassen, auf vollwertige Nahrungsmittel umzustellen und sich bewusst zu machen, wo man nur aus einer Angst heraus isst, und wo man den Körper wirklich liebevoll nährt.

Noch eine kurze Bemerkung zum Schluss: Man bekommt quasi nebenbei durch die Mutter-Erde-Ernährung wirklich eine ganz schöne Beziehung zu Tieren. Irgendwie werden sie zu Freunden, zu gleichberechtigten Weggefährten und zum Teil der Familie dieser Erde. Das finde ich schön!