| Meine persönliche Erfahrung mit den Rollen |
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| Blogs - Leas Blog |
| Geschrieben von: Lea Hamann |
| Mittwoch, 07. Dezember 2011 |
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Wenn ich meinen eigenen Weg betrachte, fällt mir auf, dass ich mich selbst eigentlich immer über bestimmte Rollen definiert habe. Jeder Lebensabschnitt war von bestimmten Rollen geprägt. Sei es die Rolle einer Schülern, einer Studentin oder einer spirituellen Sucherin - jede Rolle sollte mir etwas darüber verraten, wer ich eigentlich bin. Jede Rolle sah am Anfang so aus, als wäre es endlich das, was ich immer gesucht habe. „Aha, ich bin spirituell - das ist die Antwort auf alle meine Fragen!“ (So dachte ich vor einigen Jahren.) Doch jede Rolle hat ihre Grenzen. Wenn man wirklich tief drinsteckt in der Rolle eines spirituellen Menschen, dann muss man viele Eigenschaften an sich selbst ablehnen, die nicht zu dieser Rolle passen. Mit der Zeit wird diese Rolle, die zuerst so vielversprechend aussah, immer enger. Irgendwann wird es dann Zeit für einen Rollenwechsel. Die nächste Rolle taucht auf, die vielversprechend aussieht. Vielleicht ist es das jetzt endlich, hofft man. Für mich war es irgendwann, nach vielen enttäuschenden Rollen, interessant zu spüren, welche Qualität vor dem Übernehmen einer neuen Rolle, während dem Rollenspiel und nach dem Ablegen der Rolle immer gleich ist. Es gibt eine Konstante in dem Auf und Ab der Rollen. Meine Aufmerksamkeit hat sich in den letzten Jahren von den verschiedenen Rollen wegbewegt. Mein Interesse an dem, aus dem heraus alle Rollen auftauchen und in das jede Rolle zurücksinkt, ist erwacht. Es gab in dieser Entwicklung Momente, wo mein Verstand aus diesen Erfahrungen neue Rollen schmieden wollte. Es gab Momente, wo mein Verstand mir gesagt hat: „Alles was du bisher gemacht hast, war falsch. Das Weiche Atmen, der Weg der Seele, das Schöpfersein - das alles ist es doch gar nicht.“ Es war der Punkt, wo ich nur eine Hälfte der Brücke sehen konnte. Während ich in die Natur schaute wurde mir klar, dass Gott sehr viel Zeit mit dem Erschaffen von „unnötigen“ Dingen verbringt. Wenn es das Ziel des Erwachens ist, nichts mehr zu sein und nichts mehr auszudrücken, warum explodiert Gott dann vor unseren Augen in eine unendliche Vielfalt? So habe ich langsam für mich entdeckt, dass die Form meines Ausdrucks tatsächlich nicht letztendlich wichtig ist - und auf der anderen Seite ist sie es doch. Die Form meiner Arbeit ist so wichtig und unwichtig, wie die Form eines Baums, einer Blume oder eines Felsens. So wie jeder Felsen ein Teil der Unendlichkeit ist, so sind auch unsere menschliche Form - und alle Rollen die wir spielen - ein Teil davon. Es ist spannend für mich, meinen inneren Entwicklungsweg innerhalb meiner Arbeit zu beobachten. Denn obwohl sich auf der äußeren Ebene nicht wirklich etwas verändert hat - ich nutze das Weiche Atmen nach wie vor, ich begleite nach wie vor Menschen auf dem Weg ihrer Seele, ich lade weiterhin dazu ein, das Leben bewusst zu erschaffen - trotzdem ist etwas anders. Und das was anders ist, war immer schon da. Es ist nicht die Form, die sich gewandelt hat, sondern meine Beziehung zu dieser Form. Ich weiß nicht, ob ein Leben reicht, diesen Wandel ganz zu erfassen, für mich sicherlich nicht. Ich glaube, dass wir gerade erst einen Zeh in diese Neue Energie hinein strecken. Jeder Erwachende ist herausgefordert, seinen Rollen zu begegnen und eine neue Beziehung zu ihnen zu beginnen. Manchmal komme ich mir dabei vor wie jemand, der weiß und manchmal komme ich mir dabei vor, wie jemand der noch nie wusste. Ich glaube beides stimmt. So erlaube ich den Rollen und Formen meines Lebens zu wachsen und zu blühen. Ich weiß, dass alle Rollen kommen und gehen. Ich weiß, dass sie mich nicht festhalten. Sie finden Halt in mir. |















