Meditation á la Lea PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Freitag, 22. Januar 2010

Seit einigen Wochen habe ich das Meditieren für mich entdeckt. Ich versuche dabei nicht meine Gedanken loszuwerden oder meine Gefühle zu unterdrücken, sondern ich habe meine ganz eigene Form des Meditierens für mich entdeckt. Und weil es mir so viel Freude macht, gebe ich dir mal "mein Rezept" dafür.

Auf dem Boden sitzen

Gerade weil sich in den letzten Wochen soviel in unserem Leben bewegt, hatte ich auf einmal das Bedürfnis, auf dem Boden zu sitzen. Den Boden unter mir zu spüren und den Halt, den er mir gibt, das war ein ganz liebevolles Gefühl. [Mittlerweile habe ich mir ein Meditationskissen bestellt, das in den nächsten Tagen ankommen wird, da kann ich noch bequemer sitzen.]

Um die Mitte kreisen

Was ich früher immer bei Meditation gestört hat, war das Verkrampfte Aufrechthalten. Dabei wird der Bauch ganz hart und wir ziehen entweder die Schultern nach oben oder drücken unseren Rücken durch, damit wir gerade sitzen.

Ich habe bemerkt, dass es in meiner Mitte, wo meine Lebensenergie durch meinen Körper strömt, einen ganz natürlichen Auftrieb gibt. Es ist wie ein Halt der aus meiner Tiefe aufsteigt und mich ganz sanft um die Mitte kreisen lässt. Dabei werden immer wieder andere Bereiche in meinem Körper angesprochen. Die Schultern beginnen zu kribbeln und lassen los, der Brustkorb wird weicher, der Hals entspannt sich, der Kiefer lässt los und der Atem fließt. In diesem Sitzen ist ganz viel Bewegung und das ist wohltuend für mich.

In den Körper sinken

Mit jedem weichen Atemzug lasse ich mich tiefer in den Körper sinken. Meistens bemerke ich dieses Tiefersinken daran, dass ich mich mehr und mehr wie ein Baum fühle, oder wie ein Felsen. Vollständig und solide.

Zuerst muss die Liebe da sein

Mir macht dieses Meditieren nun erst Freude, weil ich eine lange Zeit damit verbracht habe, die Liebe der femininen Energie kennenzulernen. Ich fühle, dass Gott (oder das Leben, oder die Seele) auch eine feminine Qualität hat. Etwas ist da, was mich halten möchte, was für mich sorgen will. Und da kann ich mich hineinsinken lassen.

Beim Meditieren fühle ich diese warme, geduldige Präsenz in mir, die mir hilft da zu sein und allem zu begegnen, was mit mir da ist.

Dem Leben begegnen

Anstatt mir vorzunehmen in die Stille zu finden und jede innere Regung in mir (körperliche Gefühle, Anteile die hervorkommen oder Gedanken) zu ignorieren, erlaube ich mir, all dem was ist zu begegnen. Ich möchte mich all dem was ist, liebevoll zuwenden. Alle Anteile, alle Gedanken und selbst alle körperlichen Empfindungen gehören zu diesem Augenblick dazu. Es geht mir darum mit all dem zu sein - nicht all das aus meinem Leben auszuschließen.

Das hat mich immer so an vielen herkömmlichen Meditationsformen gestört. Wie kann ich zur Ruhe kommen, wenn ich ständig Dinge in mir selbst verurteile und versuche sie zu überwinden? Erst durch das liebevolle Damit-Sein wird es ruhiger in mir.

Augen auf

Ich lasse meine Augen beim Meditieren geöffnet um noch mehr im Leben zu sein und in diesem Moment zu bleiben. Manchmal wenn ich im Liegen atme, schließe ich meine Augen, weil ich dann noch tiefer in mich sinken kann. Doch während dem Meditieren im Sitzen helfen mir die geöffneten Augen, sehr präsent zu sein.

So lange, wie es dauert

Manchmal sitze ich 15 Minuten, manchmal eine halbe Stunde. Ich stelle mir keinen Wecker oder setze mir ein Ziel. Ich begebe mich einfach in diesen Raum des Meditierens und beobachte, wie lange die Erfahrung andauert.

Vielleicht hast du ja Lust, zusätzlich zum Atmen dein eigenes Meditations-Rezept zu erstellen. Meine Vermutung ist, dass ich das Meditieren unter anderem begonnen habe, um dieses wunderschöne Meditationskissen zu bekommen, auf das ich mich schon so freue :-)

Einen schönen Tag wünscht dir, Lea