Gefühle PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Donnerstag, 31. März 2011

Gestern Abend hat der dritte Teil unseres Telinars „Verbindung mit deiner Seele“ stattgefunden. Eine Teilnehmerin hat berichtet, wie anstrengend ihr Tag gewesen ist und wie oft sie sich dabei beobachtet hat, unzufrieden zu sein.

Ich glaube jeder erwachende Mensch nimmt seine Gefühle sehr viel intensiver wahr. Wir spüren unsere Unzufriedenheit, unseren Ärger - aber natürlich auch die schönen Gefühle wie Lebendigkeit, Liebe und Erfüllung.

Während die Teilnehmerin ihre Frage stellte, fiel mir auf, wie oft wir unsere Gefühle zensieren. Wir schämen uns dafür, bestimmte Gefühle zu empfinden und urteilen über uns selbst. Vielleicht glauben wir sogar, dass wir diese Gefühle gar nicht mehr haben sollten. Da zeigt sich noch unsere einseitige Sichtweise im Bezug auf unseren spirituellen Weg. Vielleicht glauben wir, dass Erwachen uns zu Menschen macht, die immer nur Freude und Leichtigkeit empfinden. Das ist nicht der Fall.

In jedem von uns leben schöne und weniger schöne Gefühle. Unsere seelische Reife erkennen wir nicht daran, dass wir diese Gefühle haben - sondern wie wir diesen Gefühlen begegnen. Unterdrückst du unangenehme Gefühle? Läufst du vor ihnen weg? Schämst du dich, wenn du wütend wirst? Denkst du: „Oh nein, nicht schon wieder dieses Gefühl!“ Es ist kein Wunder, dass wir so auf unsere Gefühle reagieren, wir haben es schließlich über Jahre hinweg gelernt.

Doch mit dem Einlassen auf unsere Seele öffnet sich eine neue Dimension. Wir haben die Möglichkeit durch die Augen unserer Seele auf die Gefühle zu blicken. Wir dürfen liebevoll auf die unangenehmen Gefühle schauen - wir dürfen ihnen offen und achtsam begegnen. Anstatt sie zu verdrängen, können wir sie willkommen heißen. Anstatt zu wünschen, dass sie endlich weggehen, können wir eine Geduld in unserem Inneren kennenlernen, die einfach da ist.

Vielleicht sagt dein Verstand, dass es keinen großen Unterschied macht, ob du deinen Gefühlen liebevoll begegnest oder nicht. Dann probiere es aus. Wenn du wütend wirst, weil du im Stau stecken bleibst und einen wichtigen Termin hast - halte inne. Schau liebevoll auf deine Wut. Anstatt auszuweichen, begegne deiner Wut liebevoll. Lasse deinen Atem fließen und halte deine Wut liebevoll.

Höchst wahrscheinlich werden nach und nach hinter deiner Wut noch andere Gefühle zum Vorschein kommen. Vielleicht bemerkst du einen Berg von Anspannung, vielleicht fällt dir auch auf, dass es in deinem Leben selten um dich geht - sondern immer nur um die Erwartungen anderer. Bleibe in deinem liebevollen Schauen, habe Verständnis für dich. So können nicht nur die unterdrückten Gefühle anfangen zu fließen - du nimmst auch das tiefere Geschenk an, was diese Erfahrung dir geben möchte.

Wir dürfen die Liebe unserer Seele kennenlernen. Wir dürfen diese Liebe kennenlernen, die Ja zu uns sagt, ganz egal was gerade geschieht.