Erwachtes Tun Drucken
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Dienstag, 27. Juli 2010

In der letzten Runde des Wohnzimmers, unserem Onlineworkshop, haben wir unter anderem das Thema „Berufung“ bewegt. Mit dem Erwachen kommt bei vielen Menschen ein tiefes Bedürfnis auf, die eigene Berufung zu leben. Dieses Bedürfnis ist wichtig, denn es führt uns auf einen Weg, der unserem Leben mehr Tiefe gibt.

Natürlich mischt sich auch dabei oft der Verstand ein und will genau wissen, was jetzt die eigene Berufung ist. Der Verstand möchte sich ein genaues Bild darüber machen können, wie die eigene Berufung aussieht. Da die Berufung aber nichts mit dem Verstand zu tun hat, ist ein achtsamer Umgang mit diesem Thema wichtig.

Zunächst einmal kann man sich bewusst machen, dass es nicht in erster Linie wichtig ist, was man tut, sondern wie man es tut. Sicher gibt es Berufe, die einem mehr entsprechen als andere, aber beinahe alle Tätigkeiten verwandeln sich, sobald wir eine neue innere Haltung dazu einnehmen. Meiner Ansicht nach beginnt die Berufung nicht mit der äußeren Form des Berufs, sondern mit der inneren Einstellung, die ich habe, während ich etwas tue.

Das Schöne daran ist, dass man nicht auf den perfekten Beruf warten muss, der irgendwann in der Zukunft entstehen soll – sondern man kann heute beginnen. Jetzt und hier.

Die Sehnsucht, die tiefe Verbindung zu sich selbst und zur eigenen Seele im eigenen Beruf zu fühlen, ist nicht von der äußeren Form dessen abhängig was man gerade tut. Es kann sein, dass man die langweiligste Aufgabe hat, die man sich nur vorstellen kann und während man diese Aufgabe erledigt, bleibt man verbunden mit sich selbst und der Seele. Auf einmal verändert sich diese langweilige Aufgabe, sie füllt sich – aus der Tiefe – mit Leben und Bedeutung.

Matthias und ich staunen jedes Mal, wenn wir in Königstein auf den Wertstoffhof fahren, um dort unseren Müll abzugeben. Dort arbeiten ältere Herren, die einem unter anderem mitteilen, in welchen Container man die mitgebrachten Müllstücke sortieren muss. Viele würden sagen, dass diese Art von Arbeit sehr eintönig ist – oder zumindest eine nicht besonders gut angesehene Arbeit. Doch die Gelassenheit und die Sorgfalt, mit der diese Menschen ihre Arbeit tun, sind einfach berührend. Es herrscht immer gute Stimmung, die Atmosphäre ist gelöst, selbst wenn viel Betrieb ist. Wir fahren immer gerne dorthin.

Das ist für mich ein Beispiel für erwachtes Tun. Sobald man die tiefere Stille in sich selbst in das eigene Tun einfließen lässt, entstehen neue Ergebnisse. So bekommt das eigene Tun einen neuen Sinn: Es geht nicht nur darum, die offensichtliche Aufgabe zu erledigen, z.B. den Müll zu sortieren, sondern es geht auch darum, auf ganz natürliche Weise eine Stille und ein neues Bewusstsein in die Welt zu bringen.

Vielleicht hast du Lust, heute mit deinem Beruf – oder den Tätigkeiten die heute vor dir liegen zu experimentieren. Kannst du mit der Tiefe in dir verbunden bleiben, während du deine Aufgaben erledigst? Darf die Liebe deiner Seele in alles einfließen, was du tust?

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