Eine neue Verbindung mit dem Außen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Montag, 18. Januar 2010

In letzter Zeit begegnet mir immer wieder ein Thema, das ich gerne mit euch teilen würde. Und zwar ist es ja so, dass viele spirituelle Menschen einen Weg nach innen eingeschlagen haben. Es geht um das Meditieren, bei sich selbst sein und den Kontakt zur eigenen Seele zu finden. Doch meiner Ansicht nach ist das nur eine Hälfte des Ganzen.

Wir leben in einer Welt, in der es ein Innen und ein Außen gibt. Oftmals glauben spirituelle Menschen, die Seele sei nur über den Inneren Weg zu erfahren. Natürlich ist die Seele über das Innere zu erfahren - aber sie ist auch über das Außen erfahrbar.

Genausowenig wie viele Menschen glauben können, dass sie die Liebe ihrer Seele spüren können wenn sie einfach nur ruhig dasitzen und atmen - genauso wenig können viele glauben, dass sie die Liebe ihrer Seele im Außen erfahren können, wenn sie sich dem Außen wieder öffnen.

Im Gegenteil klingt bei vielen oft eine regelrechte Verachtung des Äußeren mit durch. Wie oft sagen wir: Ich will unabhängig werden, ich will im Außen niemanden und nichts mehr brauchen. Das ist ziemlich hart. Denn wir lehnen damit einen Teil des Lebens vollständig ab: Das Außen.

Schon alleine der Weg, wie wir hier auf die Erde kommen zeigt uns überdeutlich, dass wir auch hier sind, um Liebe im Außen anzunehmen. Ein Baby kann ohne Liebe nicht einmal hier sein, geschweige denn seinen Körper und sein Inneres entfalten. Kann es wirklich sein, dass die Natur einen Fehler gemacht hat, und wir sozusagen nur aus Versehen auf Liebe im Außen angewiesen sind? Machen wir etwas falsch, wenn wir Dinge brauchen?

Ich glaube es nicht. Wir sind hier, um in unserem Inneren und im Außen die Liebe unserer Seele anzunehmen. Und sowohl in unserem Inneren als auch im Außen gibt es viele verletzte Anteile, die festhalten, sich wehren, kämpfen, wegmöchten und den anmutigen Fluss einschränken.

Von Anfang an habe ich bemerkt, dass ich in meinen Sitzungen neben den Informationen die ich bereithalte, Liebe fließen lasse. Als wäre dieses Liebe-Annehmen auch ein Teil des Lernens, was in den Sitzungen stattfindet. Und ich beobachte mit Staunen, wie sehr Menschen beginnen zu wachsen und ihrer eigenen Seele näher kommen, wenn sie beginnen, diese Liebe anzunehmen.

Ich bemerke, dass das Annehmen von Liebe im Außen Menschen ihrer eigenen Seele näher bringt. Ob es die Liebe eines Menschen ist, oder eines Tiers, oder von einer Blume eine Baum oder einem Felsen spielt dabei keine Rolle. Diese Liebe ist wie ein Wegweiser - zu unserer Seele. Und wie Matthias einmal so schön gesagt hat: Man ist zwar dankbar für einen Wegweiser, aber man bleibt nicht ewig daneben sitzen.

Wenn ich dann höre, dass jemand etwas nicht brauchen möchte oder sich von etwas befreien möchte, fällt mir die große Angst auf, die dieses Thema überschattet. Wir kommen nicht gerade aus einer Zeit, in der die Liebe der Seele in uns oder im Außen sehr präsent war. Wir sind oftmals mit einem großen Mangel an Liebe auf die Welt gekommen und haben gelernt, dass es auch im Außen keine Liebe gibt. Letztendlich wollten wir uns vor diesem Schmerz schützen, indem wir nichts mehr brauchen und nichts mehr annehmen wollen.

Doch das Leben bleibt nicht ewig brav hinter dieser Schutzmauer sitzen, die wir uns aufgebaut haben. Viele Klienten haben mir in den letzten Wochen ganz erstaunt berichtet, dass Situationen aufkamen, wo sie auf einmal jemanden gebraucht haben - und jemand für sie da war. (Dass so eine Erfahrung viel aufwirbelt, ist ja logisch. Denn wir übertreten eine Grenze. Die Grenze, die uns ein Leben lang davor geschützt hat, im Außen Liebe anzunehmen.)

Die Liebe deiner Seele möchte sich durch all die Schichten von Ablehnung und Schmerz zu dir hindurch arbeiten. Aber jedesmal, wenn die Seele uns im Außen berührt, trifft sie zuerst einmal auf all die Verletzungen, die wir mit der Außenwelt erfahren haben. Wir fühlen uns missbraucht, unterdrückt, überfordert, alleine gelassen, hilflos, voller Sehnsucht oder voller Wut.

Denn das sind die Wunden, die heilen möchten. Das ist die Mauer, die uns daran gehindert hat, in dieser Welt Liebe anzunehmen und natürlich auch unsere eigenen Begabungen fließen lassen. Ich kann nicht wirklich gut Geld annehmen, wenn ich panische Angst habe, überhaupt irgendetwas anzunehmen. Ich kann nicht wirklich gut einen Partner in mein Leben kommen lassen, wenn ich meine missbrauchten Anteile einfach ignoriere.

Ich möchte dich einladen alle diese Anteile, die auf alte verletzte Weise am Außen festhalten, einmal wahrzunehmen. Je mehr du dich diesen Anteilen liebevoll zuwendest, umso ruhiger wird es und sie können zur Seele gehen. Anstatt weiterhin zu glauben: Dieser Schmerz, dieser Missbrauch, diese Ungerechtigkeit ist das Leben - lass uns gemeinsam nochmal genauer hinschauen.

Dein Leben ist nichts anderes als die Liebe deiner Seele, die sich im Außen zeigen möchte.

Wie weit haben wir uns von dieser Erkenntnis entfernt?

Wir glauben oft eher, dass die Welt ein Schlachtfeld, eine Folterkammer oder eine graue Wüste ist. Es wird bestimmt ein Weg sein, dich deiner Seele im Außen wieder anzunähern. Sie sitzt geduldig hinter der Mauer aus Schmerz und klopft ab und zu sachte bei dir an…

P.S. Ich bemerke übrigens bei mir, dass ich über die Jahre hinweg schon so viele liebevolle Rückmeldungen von Klienten bekommen habe. Doch lange Zeit prallten sie regelrecht an meiner eigenen rauen Schale ab. (Man soll ja im Außen nichts annehmen und nur die innere Bestätigung der Seele annehmen :-)) Aber die Rückmeldungen kamen weiter hereingeflattert. Seit einiger Zeit beobachte ich, wie ich diese Rückmeldungen auf einmal besser wahrnehmen kann. Ich kann die Liebe im Außen fühlen, die mich erreichen möchte. Und es fühlt sich so an als würde meine Seele zu mir sprechen und mich liebevoll - von außen - berühren und ermutigen.

Bild: lepiaf.geo