Ein neuer Weg aus dem Streit Drucken
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Mittwoch, 21. Juli 2010

Letzte Woche habe ich einen Beitrag über den Schmerz geschrieben. Es ist so wichtig zu lernen, mit dem eigenen Schmerz zu sein anstatt ihn auszuagieren. Diese Woche haben mir viele Klienten geschrieben, die dabei sind, genau das zu üben.

Eine häufige Frage, die aufkommt ist: „Wie gehe ich damit um, wenn mein Schmerz von einem anderen Menschen ausgelöst wird?“

Es ist herausfordernd in solchen Momenten bewusst zu bleiben und zu erkennen, dass der andere Mensch deinen Schmerz zwar ausgelöst, aber nicht verursacht hat. Der Schmerz war schon lange vorher da und hat darauf gewartet, an die Oberfläche kommen zu dürfen.

Wenn ein Autofahrer hinter dir dicht auffährt und drängelt, kann das Schmerz auslösen. Wenn jemand abfällig über etwas spricht, das dir viel bedeutet, kann das Schmerz auslösen. Sogar wenn du bei einem Brettspiel verlierst, kann das Schmerz auslösen.

Während ich übe, mit meinem Schmerz zu sein, übe ich bewusst wahrzunehmen, wenn mein Schmerz berührt wird. Ich übe dabei zu sein und zu fühlen: „Oh, jetzt kommt mein Schmerz auf.“ Anstatt all meine Aufmerksamkeit dafür zu verwenden, zu reagieren, versuche ich all meine Aufmerksamkeit zu verwenden, um mit dem zu sein, was gerade ist.

Reagieren ist ein unbewusster Reflex, z.B. wenn man verbal angegriffen wird und – ohne nachzudenken – mit einem noch gemeineren Schimpfwort zurückschlägt. Sobald man den Schmerz als Triebfeder für eine Reaktion benutzt, entsteht neuer Schmerz.

Ein gutes Beispiel für dieses ewige Reagieren ist der Comic „Tom und Jerry“. Die Katze und die Maus zeigen uns humorvoll was geschieht, wenn man ewig aus dem eigenen Schmerz heraus reagiert.

Bedeutet das, dass man sich alles gefallen lassen muss? Nein. Es wird Momente geben, wo du mit deinem Schmerz bist und erkennst: „So, jetzt wird es Zeit, diese Situation zu verlassen.“

Um bewusst handeln zu können brauchst du weder zu kämpfen noch Gewalt anzuwenden. Es genügt, mit deinem eigenen Schmerz zu sein. Entweder entsteht dabei ein tiefer Frieden und ein Einverständnis mit der Situation – oder es entsteht ein tiefer Frieden und die Erkenntnis, dass du eine Veränderung herbeiführen wirst.