Die Erde und das Erwachen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Samstag, 15. Mai 2010

Wir befinden uns nun im Jahr 2010 und die Geschwindigkeit des Erwachens auf dieser Erde nimmt allmählich zu. Diejenigen, die ihr Erwachen schon vor Jahren begonnen haben, bemerken deutlich, dass es jetzt langsam "ernst" wird. Zwischenzeitlich kommen viele neue Erwachende hinzu.

Neben äußeren Umbrüchen im Finanzwesen und in der Natur findet der Hauptteil des Erwachens in unserem Inneren statt. Je mehr wir uns diesem herausfordernden Veränderungsprozess widmen, desto ruhiger wird es um uns herum. Doch viele Menschen fühlen sich von dem was in ihrem Inneren vor sich geht überfordert. Deshalb gibt es in der Außenwelt eine ganze Menge Panik, dunkle Voraussagen und sehr viel Angst.

Wir haben die Wahl auf welcher Ebene des Lebens wir uns bewegen möchten. Wir können uns in der oberflächlichen Panik anderer Menschen verstricken und uns von dunklen Prophezeiungen irritieren lassen. Daneben haben wir allerdings auch die Möglichkeit tiefer in uns hineinzusinken und in der Mitte zu bleiben während die Welt um uns herum sich wandelt.

Je mehr Menschen beginnen in ihrer Mitte zu bleiben, umso friedlicher kann die Veränderung im Außen ablaufen. Ein einziger Mensch, der bei sich bleibt, sich den Veränderungen in seinem Inneren stellt und nicht davonläuft, bringt einen tiefen Frieden auf diese Erde. Es mag äußerlich so wirken, als hätten diejenigen, die am lautesten schreien und ihre Botschaften von Angst in die Welt bringen, am meisten Kraft, aber ein einziger Mensch, der in der Stille bleibt, hat eine viel größere Auswirkung auf die Welt. Ich habe zwei Beispiele dafür...

Während meinen Seminaren habe ich mich öfter gefragt, wie ich alle Teilnehmer nach der Pause wieder einladen kann, auf ihre Plätze zurückzukehren. Zunächst habe ich versucht, zu rufen oder nach draußen zu gehen und die einzelnen Teilnehmer wieder aufzugabeln. Das war eine Menge Arbeit, und danach brauchte ich immer einen Moment, um mich wieder zu sammeln und das Seminar fortzusetzen. Dann habe ich damit experimentiert, ganz still zu werden und tief in meine Mitte zu sinken. Anstatt nach draußen zu gehen, bin ich einfach in mir geblieben.

Und siehe da – diese Stille ist so unendlich kraftvoll, dass ein ganzer Raum voller sich unterhaltender Menschen nach und nach zur Ruhe kommen kann. Stille ist eine tiefe Kraft, die in unserem Inneren wohnt. Gerade wenn sich viel verändert und viele Menschen in Angst geraten, hilft ein einziger Mensch, der ruhig bleibt, allen anderen dabei ebenfalls wieder ruhig zu werden. Nicht indem wir nach draußen gehen und noch mehr Unruhe verbreiten, sondern indem wir selbst in der Stille bleiben.

Mein zweites Beispiel stammt aus der Zeit, in der ich in der Karibik tauchen war. Jeden Tag sind wir mit einem kleinen Boot aufs Meer hinaus gefahren. Der Moment, wenn man in vollem Tauchanzug mit einer schweren Flasche auf dem Rücken, samt Taucherbrille und Schnorchel ins Wasser springt, kann ziemlich ungemütlich sein. Denn die Wellen an der Oberfläche werfen einen hin und her wie einen Korken, der auf dem Wasser tanzt. Es ist ganz schön laut, und während man wartet, dass alle sich bereit machen in die Tiefe zu tauchen, lärmen die Wellen und ich habe dabei öfter eine Portion Salzwasser verschluckt.

Dann kommt das Signal zum Tauchen und schon mit einem weichen Atemzug wird alles still. Man sinkt tiefer unter die Oberfläche und auf einmal sind die Wellen verschwunden. Es wird deutlich, dass die Wellen nur die Oberfläche des Ozeans verwirbeln. Tief unten im Bauch des Meeres wirken ruhigere Kräfte. Für mich war es immer erstaunlich in der Tiefe der wirklichen Kraft des Ozeans zu begegnen. Es war gar nicht nötig für mich, so viele verschiedene Fische und große Korallenriffe zu sehen, denn ich war so begeistert davon am Meeresboden zu sein und zu spüren, wie das Meer sanft und ruhig atmet. Die tiefe Kraft des Ozeans wiegt einen hin und her, langsam und ruhig. Auf einmal offenbart sich die wahre Kraft des Ozeans, die tiefere Kraft der Erde. Die Wellen an der Oberfläche mögen noch so laut sein, doch die Strömungen in der Tiefe bewegen den ganzen Ozean.

So haben wir im heutigen Ozean des menschlichen Bewusstseins die Möglichkeit an der Oberfläche zu paddeln, wo die Wellen der Angst lärmen und es so scheint, als wäre alles im Chaos. Oder wir beginnen weich zu atmen und sinken unter die Oberfläche, in unsere Tiefe mitten im Bauch. Dort begegnen wir dem ruhigen Rhythmus der Veränderung. Dort können wir zur Ruhe kommen, der Veränderung vertrauen lernen und wirklich etwas bewegen.

Auf welcher Ebene des Bewusstseins befindest du dich heute? Hast du Lust, tiefer in dich selbst hineinzutauchen?