| Der kleine Fisch und der Ozean |
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| Blogs - Leas Blog |
| Geschrieben von: Lea Hamann |
| Samstag, 07. August 2010 |
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Der kleine Fisch beschließt den Ozean zu suchen. Er schwimmt zu den entlegensten Ecken, er ergründet die tiefsten Tiefen, er schaut unter jedem Stein – ohne Erfolg. Er wird wütend und traurig, denn er fühlt, dass ihn das ganze Suchen nicht weiter bringt. „Jetzt bin ich schon zwanzig Jahre auf meinem Weg, und immer noch kenne ich den Ozean nicht.“ Irgendwann gibt der Fisch seine Suche auf. Er ist einfach da und lässt sich von der Strömung des Meeres tragen. „Das fühlt sich schön an“, bemerkt der kleine Fisch. „Etwas ist da, was mich hält.“ Ihm fällt auf, wie weich das Wasser an ihm vorbei strömt. Es fühlt sich gut an, sich vom Wasser tragen zu lassen. Der kleine Fisch beginnt stundenlang, einfach da zu sein. Er fühlt das Wasser und seinen Körper und den Atem, der durch ihn hindurch strömt. Ab und zu tauchen noch die unruhigen Gedanken auf, die etwas suchen möchten, doch der kleine Fisch beachtet sie nicht mehr. Eines Tages macht der kleine Fisch eine merkwürdige Beobachtung: Während er sich wie gewohnt vom Wasser tragen lässt und seinem Atem lauscht spürt er eine Größe, eine tiefe Stille und eine unendliche Liebe, die er nie zuvor gefühlt hat. Er kann nicht sagen, wo diese Liebe ist, er bemerkt, dass sie in allem ist und dass sie alles umgibt. „Wow“, sagt der kleine Fisch. „Ist das der Ozean?“ Und auf einmal fühlt er tief in seinem Inneren die Liebe des Ozeans. Und er schaut mit großen Augen in die Weite und erkennt: „Auch dort draußen ist der Ozean.“ Der kleine Fisch erfährt dieses neue Gefühl Tag für Tag. Ab und zu gerät er noch in alte Gedanken – oder er regt sich kurz auf wenn er alte, bekannte Fische trifft, die sich über ihn und seine Spinnereien lustig machen. In der Stille erfährt er den Ozean, Tag für Tag. Und irgendwann bemerkt der kleine Fisch: „Ich bin dieser Ozean. Ich bin diese Liebe. Ich bin diese Stille. Und alle anderen sind es auch. Jeder Fisch trägt den Ozean in sich – und jeder Fisch ist in der Liebe des Ozeans geborgen.“ Der kleine Fisch beobachtet seine alten Bekannten, die immer noch auf der Suche nach dem Ozean sind. Sie diskutieren gerade darüber, ob der Ozean nur dienstags oder immer nur mittwochs gefunden werden kann. Er schwimmt zu ihnen und sagt: „Es ist doch alles ganz einfach. Der Ozean ist um euch herum und in eurem Inneren, fühlt es einfach.“ Die anderen Fische beginnen zu lachen. „So ein Unsinn, was erzählst du denn da?“ Der kleine Fisch ist verwundert, weil er dachte, dass sich alle Fische freuen würden, von seinen Erfahrungen zu hören. In der Stille des Ozeans erkennt der kleine Fisch, dass jeder Fisch selbst an das Ende seiner Suche kommen muss. „Du bestimmst nicht, wann es für andere an der Zeit ist mir zu begegnen.“ hört er den Ozean sagen. Der kleine Fisch beginnt sein Leben und die Erfahrung des Ozeans zu genießen. Ab und zu kommen andere Fische vorbei, die ihm Fragen stellen und ihm zuhören, während er vom Ozean spricht. Und manchmal sieht er in den Augen der anderen Fische ein Erkennen aufleuchten. „Wow, ich habe etwas wahrgenommen. Was war denn das?“ Dann lächelt der kleine Fisch und sagt: „Es war immer schon da. Und es wird immer da sein. Wir alle sind ein Teil davon.“ |




„Wo ist wohl der Ozean“, fragt sich der kleine Fisch eines schönen Tages. Er besucht andere Fische und hört der Diskussion zu. Es soll schwierig und anstrengend sein den Ozean zu finden. „Weißt du wo der Ozean ist?“ wird er gefragt. „Nein, ich weiß es auch nicht.“ antwortet der kleine Fisch. Einige erzählen, dass sie in alten Überlieferungen vom großen Ozean gehört hätten. „Es soll wundervoll sein“ sagen sie.









