Deine Einstellung zu Heilung ändern PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Lea Hamann   
Freitag, 18. Dezember 2009

Auf dem Weg der Seele möchte Heilung geschehen. Vielleicht möchte man auch lieber Entwicklung dazu sagen. Auf jeden Fall möchten sich Dinge verändern - innen und außen.

Auf der körperlichen Ebene gibt es in dieser Zeit viele Baustellen. Alte Energie wird herausgeschafft, Spannungen wollen sich lösen und das gesamte Energiesystem des Körpers will sich erneuern.

Dein Innenleben wird ebenfalls der Veränderung unterzogen. Verletzte Anteile in deinem Inneren kommen zum Vorschein und wollen in die Mitte zurückkehren. Mit dazu gehören, Ängste, Verletzungen, Wut - all die schönen Dinge die wir ein Leben lang (oder viele Leben lang) unters Sofa geschoben haben.

Auch vor deinem Leben macht die Veränderung nicht Halt, deine Finanzen wollen ins Gleichgewicht kommen, deine Beziehungen verändern sich und ein neuer "innerer Beruf" möchte wachsen.

Das hört sich ja theoretisch alles ganz schön an. Doch was geschieht, wenn wir es als Menschen dann auch wirklich erleben? Oh,Oh! Das sieht dann schon ganz anders aus. Denn das bedeutet, dass wir auf allen Ebenen für gewisse Zeiten nicht perfekt sein können. Das bedeutet, dass ein kreatives Chaos in unserem Leben Einzug hält und das Unterste nach oben kehrt.

Ich würde gerne noch ein wenig über diese Zeit sprechen. Denn es kann ja sein, dass du dich gerade mitten in diesem Prozess befindest. Und es könnte sein, dass es dir mit den Auswirkungen der Veränderung nicht immer so gut geht.

Ich habe bei mir persönlich festgestellt, dass jeden Tag neue Aspekte von mir auftauchen, mein Körper sich verändert (und ich das oftmals auch bemerke, autsch!) - und natürlich verändert sich die Welt um mich herum, mein Leben und meine Beziehungen.

Aber ich freue mich nicht unbedingt darüber. Ich akzeptiere es. Ich bin bereit, Zeit damit zu verbringen, zu atmen, ein Bad zu nehmen, auszuruhen, loszulassen. Ich habe sogar Verständnis dafür. Und wenn der Aspekt dann integriert ist, oder die Spannung in der Schulter sich gelöst hat - dann freue ich mich auch.

Aber ganz ehrlich, ich stehe morgens nicht auf und sage: Hey, ich freue mich auf jeden verletzten, schreienden Anteil, der heute zum Vorschein kommt. Ich freue mich über jede innere Verletzung, die heute berührt wird. Ich freue mich darauf!

Und das ist eigentlich komisch. Weil das ja bedeutet, dass ich immer noch jemand anders sein möchte. Meine innere Einstellung sagt in diesem Moment: Es ist okay, dass Heilung geschieht, aber ich freue mich nicht darauf.

Aber ich bin nun einmal mitten in dieser wunderbaren chaotischen Zeit, die man Erwachen, Erblühen oder die Rückverbindung mit der Seele nennen könnte. Das ist mein Leben. Und ich glaube, dass es sich so schnell nicht verändern wird.

(Wir haben Hunderte von Leben ohne die Seele gelebt, ich glaube nicht, dass ein paar Wochen Atmen mit der Seele genügen, um auf allen Ebenen mit ihr verbunden zu sein. Ich persönlich glaube, dass dieser Annäherungs-und Heilungsprozess eine ganze Weile andauern wird.)

Die mangelnde Freude an meinem eigenen Heilungsprozess macht es mir schwer, diese Zeit zu genießen. Ja, die Heilung genießen. Ich möchte doch die Freude nicht aufschieben, bis es nichts mehr zu heilen gibt. Das kann dauern.

So habe ich die letzten Tage einen kleinen Selbstversuch gestartet. Morgens nach dem Aufwachen, bin ich noch eine Weile liegen geblieben und habe mir erlaubt, mich auf die Heilung, die heute geschehen wird, zu freuen. Ich habe alle Anteile und Verletzungen die heute zum Vorschein kommen werden eingeladen. Und ihnen gesagt: Ich freue mich auf euch.

Und der Tag ist vollkommen anders abgelaufen. Es erspart mir dieses kurze: Oh nein, da kommt schon wieder einer! Ich fühle mich viel mehr eins mit meinem Leben und meiner Heilung.

Ich finde eine neue Einstellung zu meiner Heilung.

Ich sehe es nicht länger als notwendiges Übel, das man so schnell wie möglich hinter sich bringen möchte. Es ist mein Geschenk in diesem Leben. Alles andere kommt erst an zweiter Stelle.

Ich möchte dich ermutigen, dir bewusst zu werden, welche Einstellung du zu deiner Heilung hast.

  • Ist deine Heilung dir peinlich?
  • Wärst du lieber perfekt?
  • Glaubst du, bestimmte Dinge sind erst möglich, wenn du perfekt bist? (z.B. "ich kann erst Fülle erleben, wenn ich alle meine Anteile integriert habe.")
  • Hast du Angst vor deinem Heilungsprozess?
  • Die Menschen, die dich unterstützen - sehen sie deine Heilung als etwas Negatives an, oder ermutigen sie dich besonders achtsam und liebevoll mit dir zu sein?
  • Umgibst du dich mit Menschen, die dir dabei helfen, deine Heilung zu achten und stolz auf dich selbst zu sein, oder mit Menschen, die dir das Gefühl geben, etwas falsch zu machen?

Es ist ein Stück Lebensqualität den eigenen Weg zu achten und wertzuschätzen. Und für mich beginnt es damit, mich auf die Heilung zu freuen, die heute für mich geschehen wird.