| Bist du immer noch nicht perfekt? |
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| Blogs - Leas Blog |
| Geschrieben von: Lea Hamann |
| Dienstag, 08. November 2011 |
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Als ich das hörte, war ich ziemlich überrascht. Warum sollte ich nicht krank werden? Warum sollte ich nicht zu spät kommen, oder etwas vergessen oder wütend werden, oder traurig sein? Warum sollte ich keine Schwächen haben und durch meine Lernprozesse gehen, wie jeder andere auch? Ich glaube, dass viele Menschen im Stillen darauf warten, endlich perfekt zu werden. Je mehr wir daran arbeiten und je mehr wir nach Menschen suchen, die uns darin ein Vorbild sein sollen, desto größer werden unsere Erwartungen. Von Ferne sehen wir Menschen, die perfekt sein könnten. Doch je näher sie kommen, umso mehr verschwimmt das perfekte Bild. Man muss nur daran denken, wie leicht man daran glauben kann, ein neuer Partner oder eine neue Partnerin sei perfekt - das geht am besten, wenn man sich erst zwei Wochen lang kennt. Doch je mehr Zeit man miteinander verbringt, nimmt man auch die Schattenseiten des anderen wahr. Dann hat man die Wahl: Entweder lässt man das perfekte Bild los, oder man behält das perfekte Bild und verzichtet auf den Menschen, den man kennengelernt hat. Tief im Inneren merken alle Menschen, dass etwas an unserem Leben auf der Erde nicht ganz vollständig ist. Warum würden wir sonst alle nach etwas suchen, das uns endlich glücklich machen soll? Natürlich liegt es nahe zu glauben, dass unser Leben perfekt wird, wenn wir endlich perfekt werden. Wir glauben noch immer an einen Gott, der unsere Schwächen verurteilt und ablehnt. Wir glauben noch immer an einen strengen Richter, der nur die Besten der Besten belohnt. Wir glauben immer noch, dass es in Gott eine Hierarchie gibt. Bist du gut, dann wirst du geliebt. Bist du schlecht, dann wirst du abgelehnt. Meine tiefste Erkenntnis, die ich bisher in meinem Leben machen durfte, war die Erkenntnis, dass es eine Liebe gibt, die uns annimmt, so wie wir sind. Es gibt eine Liebe, die uns hält wenn wir krank sind. Es gibt eine Liebe, die uns hält wenn wir Fehler machen, traurig sind, müde sind oder im Mangel festsitzen. Es gibt eine Liebe, aus der wir nicht herausfallen können - ganz egal was wir gerade anstellen. Anstatt also weiter daran zu tüfteln, perfekt zu werden - was mir nie gelungen ist und sicher auch zukünftig nicht gelingen wird - konzentriere ich mich lieber darauf, diese Liebe wahrzunehmen, die immer da ist. Ich verbringe meine Zeit damit, tiefer in diese Liebe einzutauchen. Ich stelle fest, dass mir diese Liebe erlaubt, zu sehen, was perfekt ist. Es ist nicht die Fassade, die wir nach außen zeigen. Es ist nicht unser Versuch, besser zu sein, größer zu sein, fröhlicher zu sein oder stärker zu sein als wir in Wahrheit sind. Es ist das, was wir bereits sind, was perfekt ist. Das was wir nicht künstlich erzeugen, verzerren, verstecken oder erkämpfen - das was keinerlei Anstrengung braucht, weil es natürlich ist. Das ist perfekt. Erwachen bedeutet, dass wir aufhören etwas sein zu wollen, das wir nicht sind, und anfangen zu sein, was wir wirklich sind. |




Als ich gerade erst ein paar Monate lang Einzelsitzungen gegeben habe, musste ich eines Tages einen Termin wieder absagen, weil ich krank war. Ich rief meine Klientin an, um ihr Bescheid zu geben. Sie fiel aus allen Wolken und sagte: „Was - du wirst noch krank? Ich hatte gedacht, dass dir so etwas nicht mehr passiert!“









