Warum Ideologien nicht zu Heilung führen Drucken
Blogs - Die Welt wandelt sich
Geschrieben von: Matthias Kreis   
Donnerstag, 26. Januar 2012

Neulich stieß ich auf eine interessante Nachricht, die ich gerne mit euch teilen möchte. Viele von euch kennen ja bereits Victoria Boutenko und ihre grünen Smoothies, die wir immer mal wieder auf unserer Webseite erwähnt und auch vorgestellt haben - wir sind seit ca. 1/2 Jahr begeisterte Trinker dieser leckeren und power-gebenden Grünen Smoothies. Victoria hat mit ihrer Drink-Erfindung einen wundervollen Weg gefunden, viele, viele Menschen zu einer tieferen Verbindung mit den Kräften der Natur zurückzuführen - und viele Heilungsgeschichten ihrer Leserinnen sprechen für sich.

Nun ist ja aus Victorias Büchern bekannt, dass sie eine Vertreterin der 100%igen Rohkost war - eine Herangehensweise, mit der sie sich selbst und ihre ganze Familie von vielerlei Krankheiten geheilt hat (Diabetes, Allergien etc.) Umso mehr schlug vor etwa 1 Jahr dann die Nachricht in der "Rohkostszene" ein, dass Victoria in einem Newsletter-Beitrag bekanntgegeben hat, dass sie nicht mehr 100%ige Rohköstlerin ist. Für die Erklärung, warum das so ist, hat sie wundervolle Worte gefunden, und ich zitiere hier aus ihrem Text:

"Diesen Monat feiert unsere Familie ihren 16. Geburtstag als ein "Raw Family". Rohkost hat uns das Leben gerettet und ich liebe jeden Aspekt unseres rohköstlichen Lebens, außer einem. Es wir zunehmend unangenehm die Trennung zu spüren, zwischen uns "Puristen" auf der einen Seite (100%ige Rohköstler) und all den anderen auf der anderen Seite unterhalb dieses Standards.

Ich nahm dieses innere Unbehagen zum ersten Mal vor vier Jahren wahr. Ich besuchte meine Verwandten, die eine normale amerikanische Ernährungsweise praktizieren, als mir plötzlich mein 9-jähriger Neffe anvertraute, er wolle Vegetarier werden. Er fragte mich, ob ich ihm nicht beibringen könne, eine Gemüsesuppe zu kochen. Ich erstarrte innerlich und dachte: "Wie soll ich das tun können? Ich bin 100%ige Rohköstlerin!" Aber trotzdem, nach einem Blick in Saschas freudige Augen half ich ihm, eine Suppe zu kochen, und er war begeistert davon.

Nicht lange nach dieser Episode nahm ich an einem Wochenend-Workshop zur Selbst-Realisation mit Byron Katie teil, gemeinsam mit 500 weiteren Teilnehmern. Das war das allererste Nicht-Rohkost-Event für mich seit mehr als 10 Jahren. Ich erinnere mich, dass ich mich "anders" fühlte, eigenartig und vollkommen deplatziert. Und zusätzlich dazu - und entgegen meiner Erwartung - sahen diese Leute noch nicht einmal besonders ungesund aus. Ich dachte viel und tief nach, während dieses Workshops, darüber, warum ich mich so getrennt fühle, und über die Bedeutung von Glücklichsein im eigenen Leben."

Victoria berichtet weiter, dass sie nun viel sensibler geworden ist, im Umgang mit anderen Menschen, die keine 100%igen Rohkost-Ernährung praktizieren, und dass sie sogar ihr jüngstes Buch umgeschrieben und neu veröffentlicht hat und die Elemente mit ideologischem oder fanatischem Einschlag, die sie darin entdeckte, entfernt hat. Und sie selbst folgt nun keiner 100%igen Rohkost-Diät mehr.

Ich fand diesen Beitrag ganz wundervoll, weil er den Blick darauf lenkt, worauf es wirklich ankommt: Nämlich auf die tiefere Ebene. Auf unserem Weg in eine neue Zeit kann es ganz gewiss nicht darum gehen, einer ganz bestimmten Richtung oder Ideologie zu folgen und in diesem Zuge alles andere abzulehnen. Es geht vielmehr darum, einen tieferen Kontakt zum Leben selbst zu bekommen. Ich finde diesesn Satz so wichtig, dass ich ihn hier nochmal wiederhole: Es geht darum, einen tieferen Kontakt zum Leben selbst zu bekommen. Zu unserem Körper, zu unserer Seele, zu unserem Leben zu unserer eigentlichen Bestimmung, zur Natur. Und alles, was uns dabei unterstützt, ist natürlich gut.

Und ein sich Öffnen für eine naturnahere Form der Ernährung kann auf jeden Fall ein sehr unterstützender Schritt auf diesem Weg sein, das habe ich sozusagen selbst "am eigenen Leib" erfahren. ;-) Gerade in der heutigen Zeit kann das für uns von großer Bedeutung sein, wo viele Menschen das Aussehen von frischen Naturprodukten nur noch von Verpackungsbildern her kennen, und bei ihrer Lebensmittelauswahl vor allem einem durch die Werbung propagierten "Image" folgen, das durch seine knallige Buntheit Lebendigkeit und Gesundheit suggerieren soll - und nicht mehr ihrem eigenen Gespür für das, was in dem jeweiligen Produkt wirklich enthalten ist.

Aber sobald daraus eine Ideogie wird, wird jeder neue Weg im Grunde wieder zunichte gemacht. Denn dann werden wir nicht mehr von der Freude am Ausprobieren geleitet, von der kindlichen Offenheit für neue und heilsame Erfahrungen, sondern wieder einmal mehr von unserem Verstand, von mentalen Mustern. Und diese führen uns nie ins Leben - wie Victoria es in ihrem Text so schön und offen beschrieben hat, in ihrer Erfahrung mit ihrem 9-jährigen Neffen - sondern immer vom Leben weg.

Lea und ich sind sehr zufrieden mit unserer momentanen Form der Ernährung. Wir lassen uns von unserem Gefühl leiten, und das sagt uns, dass es gut ist, möglichst naturbelassene Nahrung zu essen, (Obst, Gemüse, Grünes, gekochte Getreide etc.) und auch einen guten Anteil Frisches und Ungekochtes mit zu integrieren, vor allem morgens und mittags, in Form von "Grünen Smoothies" und Rohkost. Und wir essen kein Fleisch mehr, weil es uns immer komischer vorkam, Fleisch zu essen. Aber ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass irgendetwas "falsch" daran ist, Fleisch zu essen. Naturvölker haben jahrtausendelang tierische Nahrungsmittel in ihre Ernährung integriert, und es geschah in Achtung und im Einvernehmen mit der Natur. (Im krassen Gegensatz allerdings zu heute, wo den Tieren in der fleischverarbeitenden Industrie keinerlei Achtung entgegengebracht wird.)

Ich nehme allerdings wahr, dass es, je weiter uns in Richtung neue Zeit bewegen, je offener das Bewusstsein hier auf der Erde ist, es immer weniger nötig für Menschen ist, Fleisch zu essen. Wir brauchen irgendwann unsere Energie nicht mehr auf diese "dichte" Art zu beziehen, wie es vielleicht in der alten Zeit noch nötig war. Und wir brauchen auch nicht mehr länger all das Leid und den Schmerz auf energetischer Ebene in uns aufzunehmen, der in unserer industrialisierten Welt mit der Produktion fleischlicher Nahrungsmittel in den allermeisten Fällen verbunden ist. Wir spüren, dass immer mehr "leichtere", direktere und ganzheitlichere Energiequellen für uns zur Verfügung stehen, in erster Linie natürlich durch all die wundervolle Vielfalt der Pflanzenwelt. Und irgendwann wird es wohl die Lichtnahrung sein, die direkte Verbundenheit mit der feinstofflichen Ebene, die uns hier auf der Erde nährt und erhält...

Das ist ein Weg, der nicht über eine Ideologie gegangen werden kann. Es ist ein Weg der Freude und der Entdeckung.