Vom Channeling zum wahren Selbst PDF Drucken E-Mail
Blogs - Die Welt wandelt sich
Geschrieben von: Matthias Kreis   
Donnerstag, 05. Mai 2011

Viele Menschen finden in der heutigen Zeit über das Medium „Channeling“ wieder einen Zugang zu ihrem spirituellen Selbst. Das Wort „spirituell“ hat ja, nebenbei bemerkt, für manche inzwischen auch schon einen etwas negativen oder fragwürdigen Beigeschmack, da es teilweise auch recht inflationär benutzt wurde. Für mich hat es das nicht. Für mich bedeutet spirituell einfach lebendig, mit dem Leben verbunden, auch die tieferen und umfassenderen Ebenen unserer menschlichen Existenz anerkennend. Ein schönes Wort also.

Das Anhören oder Lesen von Channelings hilft vielen Menschen dabei, wieder einen ersten Kontakt zu den vielen anderen, tieferen Ebenen ihres Seins aufzunehmen. Unsere eigentliche Herkunft, unsere Sternenfamilien, unsere Erfahrungen aus früheren Leben, für all diese Ebenen beginnen wir uns wieder zu öffnen. Wir beginnen uns wieder als das wahrzunehmen, was wir eigentlich sind: Ein spirituelles Wesen, das eine irdische Erfahrung macht, wie es Teilhard de Chardin so schön ausdrückte.

Ich habe auch einige Jahre meines Lebens in dieser „Channeling-Welt“ verbracht – und ich habe habe während dieser Zeit viel Wertvolles für mich selbst und über mich selbst herausgefunden. Aber irgendwann war dann für mich die Zeit gekommen, diesen Abschnitt hinter mir zu lassen. Begonnen hat es damit, dass ich irgendwann begann, eine merkwürdige Diskrepanz zwischen den gechannelten Botschaften wahrzunehmen, und dem, was die jeweiligen Channeler in ihrem ganz konkreten Leben taten oder zum Ausdruck brachten.

Da wurde von einem neuen Bewusstsein und einer neuen Zeit gesprochen, und auf der anderen Seite wurde Menschen auf unterschwelliger Ebene das Gefühl vermittelt, dass sie unbedingt noch diesen oder jenen brandneuen teuren Kurs besuchen oder kaufen mussten. Menschen wurden nicht immer dabei unterstützt, in ihre eigene Kraft zu finden, es gab meiner Wahrnehmung nach bei vielen eine subtile Abhängigkeit von den gechannelten Botschaften, die von Monat zu Monat weitergetragen wurde. Außerdem gab es an manchen Stellen unterschwellig eine Art von abgeschlossenem Gruppenverständnis, das ich irgendwann auch nicht mehr als gesund und balanciert empfand.

Im Lauf der Zeit wurde mir klar, dass die sogenannten „Wesenheiten“, die da gechannelt wurden, nichts weiter sind als universale Energien, die Teil eines jeden Menschen sind, und die von jedem Channeler eben immer nur auf der Ebene wahrgenommen, weitergegeben oder verstanden werden können, auf der sie oder er sich gerade befindet. Eigentlich selbstverständlich, aber es war wichtig für mich, das bewusst wahrzunehmen. Darum herum wird dann oft ein illustres Szenario errichtet, was aber letztendlich wenig Bedeutung hat. Lea hat kürzlich über die atlantischen Lehrer geschrieben – dieser Hinweis ist hier auch sehr passend. Es ist einfach eine Struktur aus einer alten Zeit, nichts Schlechtes oder Falsches, aber etwas, das sich ebenfalls öffnen und weiterentwickeln möchte.

Ich habe für mich bemerkt: Alles, was ich an Wertvollem aus den Channelings von anderen für mich mitnehmen konnte oder kann, waren oder sind immer nur Hinweise aus meiner eigenen tieferen Ebene, die sich eben zeitweise diesen Weg dafür ausgesucht hat, da ich in dem Moment dafür offen war. Und sobald ich mich in anderen Bereichen meines Lebens ebenfalls dafür öffne, kann auch hier eine neue Kommunikation und ein neuer Austausch entstehen - über andere Menschen, stille Inspiration, Bücher, Musik, die Natur und vieles mehr.

Was wir heute auf unsere Webseite anbieten, nennen wir manchmal immer noch – in Ermangelung eines passenderen Wortes – Channeling. Aber eigentlich ist es einfach nur das Sprechen von unserer tieferen Ebene, was wir bei unseren Begegnungen, während der Seminare oder bei unseren sonstigen Angeboten tun. Ein Sprechen aus der Intuition, der Wahrnehmung, der Ebene des Fühlens heraus. Und natürlich können Energien einer tieferen Ebene ebenfalls da sein und uns unterstützen, wie wie Sophia, Kuan Yin, Jeshua und viele andere. Auf diese Weise kann immer das eingebracht werden, was gerade hilfreich oder unterstützend ist. Eine gemeinsame, tiefere Seinsebene kann in unser Leben einfließen.

Wir nennen diese tiefere Ebene in unserer Arbeit die Seele. Es ist einfach ein Arbeitsbegriff, der die Kommunikation erleichtern soll. Unsere Seele ist nichts, was wir suchen müssten, nichts was von uns getrennt wäre oder was nicht sowieso die ganze Zeit über da wäre. Unsere Seelenebene ist unsere ureigene, göttliche Essenz, und wir können einfach beginnen, diese wieder wahrzunehmen und in unser Leben einfließen zu lassen und einzubringen. Es gibt nichts, was uns auf unserem Weg in eine neue Zeit besser unterstützen könnte.

Und der größte Teil unserer Arbeit besteht natürlich darin, andere Menschen dazu zu ermutigen, dies ebenfalls zu tun. Jeder Mensch kann beginnen, sich für die eigene Seelenebene zu öffnen und zu erfahren, dass das Leben so viel mehr ist als der tägliche Kampf ums Überleben. Wir sind auf tiefster Ebene geliebt und getragen, und wir können beginnen, dies wieder wahrzunehmen. Die Zeit der Vermittler ist vorbei – jeder Mensch ist dazu eingeladen, sich selbst für diese Ebene des eigenen Seins zu öffnen.