Negative Emotionen - und was *eigentlich* entstehen möchte PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Matthias Kreis   
Samstag, 06. März 2010

Zu meinem Beitrag über den Zweifel habe ich eine Rückmeldung erhalten, dass es gut sei, zu wissen, dass „Zweifel“ an sich nichts Schlechtes ist, sondern einfach nur ein Zeichen für Veränderung. Ich möchte deshalb hier noch ein bisschen mehr darauf eingehen, denn das scheint mir ein wichtiges Thema zu sein.

Viele von uns auf dem spirituellen Weg (welches letztendlich der Weg der Bewusstwerdung in allen Lebensbereichen ist) haben die Fähigkeit erworben, sich selbst und ihre inneren Abläufe und Emotionen sehr genau zu beobachten. Während das natürlich sehr hilfreich sein kann, kann es gleichzeitig auch zu einem Hindernis werden, nämlich wenn wir es gegen uns selbst verwenden, durch Angst oder Selbstverurteilung. So verurteilen wir uns oft selbst für unsere negativen Emotionen, ohne wahrzunehmen, dass diese nur ein Hinweis auf tiefere, energetische Vorgänge sind.

Alle negativen Emotionen sind letztendlich Reaktionen auf Veränderung. Teile in uns haben Angst vor Veränderung, die geschehen möchte, und reagieren darauf. Wenn man also eine unangenehme Emotion fühlt, heißt das nicht, dass man irgendetwas falsch gemacht hat oder sich auf dem falschen Weg befindet. Es ist einfach ein Zeichen dafür, dass sich etwas in uns weiterentwickeln und auf eine neue Ebene begeben möchte.

Wenn beispielsweise jemand uns gegenüber eine abfällige Bemerkung macht, und wir darauf mit Wut reagieren, kann diese Wut auf tieferer Ebene einfach nur ein Hinweis darauf sein, dass eine neue Ebene von Klarheit und Kraft in uns entstehen möchte. Wenn uns dies aber in diesem Moment nicht bewusst ist, reagieren wir vielleicht mit Wut auf die Situation, ohne etwas weiteres wahrzunehmen. Die Situation zieht dann vorbei und wir haben nicht viel davon, und beim nächsten Mal reagieren wir vielleicht wieder genau auf derselben Ebene.

Auf eine ähnliche Weise kann zum Beispiel Trauer dafür stehen, dass in uns eine neue Ebene von Loslassen und Neuanfang entstehen möchte – wenn wir dies nicht wahrnehmen und zulassen, kann es sein, dass wir in der negativen Emotion der Trauer steckenbleiben und nicht weitergehen.

So kann man bei jeder möglichen negativen Emotion beginnen wahrzunehmen, welche tiefe, innere Qualität sich denn da eigentlich weiterentwickeln und zutage treten möchte. Und erstaunlicherweise steckt auch wirklich überall etwas Tieferes dahinter. Auf diese Weise kann man beginnen, jede Erfahrung immer mehr als Teil eines ganz grundlegenden und natürlichen göttlichen Wachstumsprozesses wahrzunehmen.