Erschaffen aus der Liebe heraus PDF Drucken E-Mail
Blogs - Die Welt wandelt sich
Geschrieben von: Matthias Kreis   
Sonntag, 12. Februar 2012

Eine Teilnehmerin in unserem Onlineraum "Das Wohnzimmer" hat uns eine Frage über das Schöpfersein gestellt, bezugnehmend auf den neulich von mir an dieser Stelle veröffentlichten Beitrag über das "Reichtumsbewusstsein". Sie hat mir erlaubt, ihre Frage hier direkt auf der Webseite zu beantworten, worüber ich mich freue, da dieses Thema bestimmt noch für viele andere von Interesse ist. :-)

 

Liebe Lea, lieber Matthias,

eben, als ich den neuen Text auf eurer Website las und der Name Bärbel Mohr fiel, musste ich wieder daran denken: Zu ihrem Tod habe ich einige Artikel gelesen, die sich mit der Frage beschäftigten, warum sie so früh gestorben ist (Matthias, du schreibst ja auch "leider viel zu früh verstorben"), wenn sie sich doch alles, somit auch Gesundheit, hätte wünschen können.

Gibt es wirklich keinen limitierenden Faktor beim Wünschen/Erschaffen? Wenn also ein Kurs von mir z.B. nicht zustande kommt oder ich immer noch nicht 1 Mio. auf meinem Konto habe, ist das mein "Fehler", weil ich mich noch nicht genug geöffnet habe?
Oder ist es eher so, dass das, was wir uns wünschen, auch noch im Einklang mit etwas Höherem steht und z.B. der Kurs nicht zustande kommt, weil es jetzt noch nicht an der Zeit dafür ist, er aber in vier Monaten dafür umso besser laufen wird - nur das wissen wir noch nicht.

Diese Fragen beschäftigen mich schon länger und mich würde interessieren, wie ihr das seht.

Liebe Grüße,
und vielen Dank an euch vorab,
Sabrina

Hallo liebe Sabrina,

das ist eine spannende Frage. Ich versuche mal, sie hier in aller Kürze zu beantworten.

Wir spüren oft, dass unser Verstand die Tendenz hat, alle Dinge in ein Entweder-Oder-Schema einzubauen, und dann auch noch gerne das Thema „Schuld“ oder „Fehler“ mit einzubringen versucht, wenn es nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen. Aber das wird der tieferen Wirklichkeit, auf der unsere Realität basiert, nicht gerecht. So schwingt auch bei diesem Thema oft mit, dass es „entweder“ so ist, dass alles nur darauf ankommt, inwieweit wir uns für etwas öffnen, „oder“ dass äußere Umstände ausschlaggebend sind, zum Beispiel ob etwas noch nicht so weit ist, ob es „höhere Umstände“ gibt, die dafür sorgen, dass sich irgendetwas in unserem Leben noch nicht verwirklicht.

Ich spreche immer gerne vom Dritten Weg, der sich uns nun in der Neuen Energie zeigen möchte. Es ist nicht der Weg des Entweder-Oder, sondern es ist der Weg, der uns über dieses alte Entweder-Oder, welches ein Teil der alten Energie, des alten Bewusstseins der Dualität ist, hinausführt. Den Dritten Weg könnte man auch als den „Weg des Vertrauens“ bezeichnen.

Bei diesem Weg geht es nicht darum, sich einfach nur für bestimmte Dinge (materielle oder nicht materielle) zu „öffnen“, die man gerne in seinem Leben  haben, möchte - und dann den Fehler bei sich selbst zu suchen, wenn es nicht so funktioniert, wie man es sich vorstellt hat. Es geht aber auch nicht darum, in der Passivität zu verharren, in einer Art innerem Fatalismus, der sagt, „es kam nicht in mein Leben, dann sollte es wohl noch nicht so sein.“ Oder auch: „Dann bin ich wohl noch nicht so weit, ich muss wohl noch an mir arbeiten.“ Womit wir wieder beim ersten Punkt wären, dem Suchen des Fehlers bei sich selbst. Daran merkt man, dass diese Art von Gedanken eine Sackgasse sind, die einen nicht weiterführen.

Für mich geht es darum, erst einmal zu spüren, was denn überhaupt da ist, das mir vom Leben geschenkt werden möchte. Das sind die sogenannten „Potenziale“ von denen wir immer wieder gerne sprechen. Wir können zum Beispiel beginnen, über das Weiche Atmen langsam ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Potenziale für uns bereitstehen. Und wir können dann auch spüren: Manche sind geradezu schon „reif“, und wenn wir beginnen, mit ihnen zu atmen, entfalten sie sofort eine große Lebendigkeit, und wir spüren, dass sie gerne in unser Leben kommen möchten. Bei anderen Potenzialen ist es vielleicht so, dass wir spüren, dass sie zwar da sind, aber dass es in uns noch Ängste gibt, diese auch wirklich anzunehmen, vielleicht, weil wir spüren, dass dadurch Veränderung in unserem Leben anstehen würde, oder dass schmerzhafte Anteile nach oben kommen würden, um heilen zu können. Und so lassen wir uns mit diesen Potenzialen noch ein wenig Zeit, und das ist auch ok so.

Das Universum ist ein unendliches Reservoir von liebevollen, kreativen Potenzialen, die für uns bereitstehen - und deshalb sage ich, ja, letztendlich ist der Mensch der limitierende Faktor, da das Universum nicht limitierend sein kann. Aber unser Weg zu einem erfüllenden Schöpfersein kann immer nur ein liebevoller und achtsamer Weg sein, ein Weg, auf dem wir die Erfahrung machen, dass wir nichts „hereinzwingen“ können, dass alles uns geschenkt werden möchte.

Es geht also darum, immer erst einmal die Liebe wahrzunehmen. Und aus dieser Liebe heraus sich dann zu öffnen. Und wenn wir in dieser Liebe, in diesem Vertrauen sind, ist es in der Tat so, dass alles, für das wir uns öffnen, auch auf ganz natürliche Weise hereinkommt. Denn es ist dann die Liebe selbst in uns, die annimmt, und es ist die Liebe selbst, die uns gibt. Alles passt dann ganz natürlicherweise immer zusammen, es gibt nichts „Unangemessenes“, es gibt keinen „Bruch“ mehr. Wir versuchen dann weder, aus persönlichen Motiven heraus irgendetwas zu erzwingen (oder zu beschleunigen), das noch nicht reif ist, noch verfallen wir in Hoffnungslosigkeit oder Passivität,  weil wir glauben, dass irgendetwas mit uns noch nicht in Ordnung ist, dass wir irgendetwas nicht „können“, dass wir nicht geliebt werden.

Der Weg in ein neues Schöpfersein ist der Dritte Weg, der Weg des Vertrauens, der Weg der Neuen Energie.