| 11 - Du bist das neue Bewusstsein |
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| Begegnungen - Begegnungen 2011 |
| Sonntag, 13. November 2011 |
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Download der mp3-Datei hierWas für eine wunderbare Gelegenheit, wenn wir uns hier gemeinsam – jeder für sich und doch alle gemeinsam – mit der Erde verbinden! Wenn wir uns erlauben, in diesen verbundenen Rhythmus einzutauchen, der uns alle trägt. Jetzt in dieser Zeit ist diese Verbindung zur Erde, diese Verbindung zu uns selbst wichtiger als jemals zuvor. Denn im Moment fallen mehr und mehr gewohnte Hüllen von uns ab, gewohnte Muster, die uns über Jahrzehnte oder noch länger gehalten haben, fallen weg, lösen sich auf. Ein großer Raum öffnet sich in unserem Inneren, in unserer Wahrnehmung. Das alles geschieht mehr oder weniger unmerklich, denn die Aufmerksamkeit der meisten Menschen ist permanent nach außen gerichtet. Wir schauen auf unser Leben, auf unseren Körper, auf unseren Beruf, unsere Beziehungen, auf das, was wir erreichen wollen und das, was wir loswerden möchten. Wir schauen auch auf unsere Gefühle - aber selbst unsere Gefühle sind noch etwas Äußeres, etwas, das man benennen kann, etwas, das einen Anfang und ein Ende und eine bestimmte Form hat.
Suchen im Außen Wir alle, die ganze Menschheit schaut nach außen. Viele Menschen, die dabei sind zu erwachen, schauen mit einer bestimmten Erwartung nach außen. Wir schauen nach außen und warten auf die Veränderung. Wir warten darauf, dass sich endlich etwas ändert. Wir warten auf neue Politiker. Wir warten auf neue Energiequellen. Wir warten darauf, dass sich etwas wandelt im Bewusstsein der Menschen. Wir warten vielleicht sogar auf einen großen Knall, der uns bestätigt dass das Zeitalter des Wandels nun wirklich unwiderruflich begonnen hat Für viele erwachende Menschen ist diese Zeit, die wir momentan erleben, gewissermaßen eine Enttäuschung. Denn obwohl es überall rüttelt und wackelt, knallt es nirgendwo so richtig. Die ganz große Katastrophe, auf die viele Menschen warten, tritt nicht ein. Die ganz radikale Veränderung, der ganz radikale Umschwung, auf den viele Menschen hoffen und warten, tritt nicht ein. Zumindest nicht so, wie erwartet, mit so viel Pauken und Trompeten, mit so viel Härte. Und so schauen viele Menschen im Moment nach außen und fragen sich: „Geschieht denn überhaupt Veränderung? Geschieht denn überhaupt ein Wandel? Ist denn überhaupt irgendetwas anders als vorher? Oder bleibt alles gleich? Waren all diese Dinge, die wir wahrgenommen haben, die uns mitgeteilt haben, dass eine große Veränderung hier auf der Erde bevorsteht, waren all diese Vorzeichen vielleicht ein großer Irrtum? Geschieht die große Veränderung erst in 10 oder 20 Jahren? Geschieht sie vielleicht überhaupt nicht? Ist irgendetwas schief gelaufen? Haben wir etwas falsch gemacht oder verpasst?“ Da ist momentan eine gewisse Verunsicherung, vielleicht auch eine gewisse Erleichterung: „Ach ja, ich kann mich wieder ausruhen. Es ist alles in Ordnung. Es läuft alles weiter. Es gibt nichts zu tun, nichts zu verändern. Ich bin einfach da.“ Heute lade ich euch ein, dass wir gemeinsam auf diese Veränderung schauen und zwar dorthin, wo sie wirklich geschieht. Unsere Augen, die nach außen blicken und auf Veränderung warten, sind die Augen der alten Energie. Innerhalb der alten Energie sind alle Veränderungen immer im Außen geschehen. Ich beziehe hier den Bereich der Gefühle mit zum Außen mit ein. Entweder haben sich unsere Gefühle verwandelt oder der Körper hat sich verwandelt. Oder unsere Beziehungen haben sich verwandelt, unsere Wohnsituation, unser Beruf. All diese Dinge kennen wir als mögliche Veränderung, als Bereiche, in denen Veränderung geschehen kann. Doch jetzt kommen wir in das Zeitalter der Neuen Energie. Auf einmal geschieht etwas, was wir mit den Augen der alten Energie gar nicht sehen können. Etwas bewegt und verwandelt sich, was wir im ersten Moment gar nicht erkennen, wo wir gar nicht spüren, dass sich da etwas wandelt und bewegt. Oder wir spüren, dass sich etwas wandelt, aber wir können es nirgendwo festmachen. Wir schauen hierhin und dorthin und wir fragen uns: „Ja, wo kann ich denn jetzt mit Gewissheit sagen, dass sich etwas verändert hat? Ist es mein Beruf oder mein Körper oder meine Gefühle? Wo ist denn die Veränderung? Wo kann ich sie festmachen? Wo kann ich messen und vergleichen, wie viel sich da verändert hat und von wo nach wo sich diese Veränderung bewegt hat?“ All diese Versuche, die Veränderung innerhalb der Neuen Energie mit den alten Maßstäben zu messen, scheitern. All diese Versuche scheitern nicht unbedingt daran, dass wir nicht interessiert genug sind oder verbissen genug versuchen, es herauszufinden. Sondern sie scheitern daran, dass wir durch die Augen der alten Energie schauen, die nur das sehen können, was zur alten Energie gehört, was ein Teil des Alten ist.
Etwas in dir ist bereits heil So wie ein Arzt, der über den Körper nur das weiß, was er im Medizinstudium gelernt hat, der nur die harten Fakten kennt, der nur davon ausgeht, dass der Körper ist eine Maschine mit verschiedenen Kreisläufen und verschiedenen Teilen ist, von denen man manche auswechseln kann oder reparieren oder durch Medikamente wieder ins Gleichgewicht bringen muss. Dieser Arzt kann nicht wahrnehmen, dass etwas in diesem Körper ist, das bereits heil ist, das bereits vollständig ist, das bereits absolut im Gleichgewicht ist. Dieser Arzt hat noch nicht die Fähigkeit oder die Offenheit, in jedem Moment sowohl innerhalb von Krankheit als auch innerhalb von Gesundheit, zu spüren, dass es etwas in diesem Körper gibt, das weder krank ist noch gesund, sondern vollständig, ganz, umfassend, weise und vollkommen. Diese Ebene ist die Ebene unseres wahren Seins. Es ist das, was wir meinen, wenn wir von der Essenz in unserem Inneren sprechen, vielleicht sogar was wir meinen, wenn wir sagen, die Seele in uns, das Licht in unserem Inneren, das Leben in uns. Es ist diese Ebene, die das alte Bewusstsein nicht wahrnimmt. Denn das alte Bewusstsein nimmt nur die äußere Form wahr. Der Arzt innerhalb des alten Bewusstsein nimmt wahr, dass du entweder gesund bist oder krank. Er kann vielleicht sagen - mehr oder weniger genau - was an deinem Körper krank oder gesund ist. Für ihn ist das aber alles, was existiert. Es gibt diese beiden Gegensätze „krank und gesund“ und es gibt Mittel und Wege zu versuchen, das Pendel in Richtung „gesund“ zu bewegen. Genauso wie dieser Arzt mit Medikamenten und Therapien und durch alle Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, versucht, deinen Körper in Richtung Gesundheit zu bewegen, so versuchen das alle Menschen innerhalb von allen Lebensbereichen, die uns als Mensch berühren. Innerhalb unserer Beziehungen gibt es Streit und es gibt Harmonie. Wer versucht nicht, ein ganzes Leben lang oder während einer ganzen Beziehung immer dieses Pendel in Richtung Harmonie zu bewegen und womöglich zu versuchen, dieses Pendel irgendwie in dieser Richtung Harmonie festzubinden, damit es auch ja dort bleibt und nicht wieder zurück schwingt in Richtung Streit und Auseinandersetzung? Wir alle wünschen uns, dieses Pendel möge ein für allemal in Richtung Harmonie schwingen und dort stehen bleiben, dort vor Anker gehen. Es gibt andere Lebensbereiche, der Bereich deines Berufes vielleicht. Innerhalb deines Berufs gibt es Erfolg und Misserfolg. Versuchen wir nicht alle, in Richtung Erfolg zu kommen und den Misserfolg ein für allemal loszuwerden? Versuchen wir nicht alle möglichen Tricks einzusetzen, die uns zur Verfügung stehen, um immer erfolgreicher zu werden, immer mehr Erfolg zu haben, den Erfolg immer dauerhafter zu machen, immer größer werden zu lassen und zu verteidigen gegen all diese schrecklichen Einflüsse, die das Pendel immer wieder in die andere Richtung schwingen lassen?
Die alte Sichtweise In dieser alten Sichtweise sehen wir nur krank oder gesund, Streit oder Harmonie, Erfolg oder Misserfolg, schwarz oder weiß, reich oder arm. Wir sehen „wissend“ oder „unwissend“. Wir sehen all diese Gegensätze und wir versuchen, Tag für Tag, Atemzug für Atemzug die positive Seite dieser alten Energie in Besitz zu nehmen, zu erreichen, zu erkämpfen, zu finden. Wir versuchen alle möglichen Dinge, um die negative Seite des Lebens zu lösen, wegzusprengen, rauszuschneiden, zu verdammen, zu verbieten, uns davor zu schützen, damit wir bloß in diesem hellen Licht, in dieser positiven Seite der alten Energie bleiben können. Das ist, kurz umschrieben, die Haltung gewesen und ist sie teilweise immer noch, die wir Menschen hier auf dieser Erde eingenommen haben. Unser Bewusstsein ist hier auf diese Erde gekommen und hat sofort, als unser Bewusstsein hier ankam, begonnen, positive und negative Dinge zu erfahren. Und sofort als wir hierher gekommen sind, haben wir begonnen, gegen das Negative zu kämpfen und uns für das Positive einzusetzen. Im ersten Augenblick, als dein Bewusstsein in diesen Körper hineingeströmt ist und du zum ersten Mal Unwohlsein und Wohlgefühl erleben konntest, zum ersten Mal Schmerz und angenehme Empfindungen in deinem Körper unterscheiden konntest, hast du begonnen, dich zu entscheiden: „Ich will das angenehme Gefühl. Ich will das weiche, geborgene, offene Gefühl. Ich will nicht mehr diese Härte, den Hunger, die Leere, den Schmerz und die Einsamkeit. Ich will nur diese eine Seite des Lebens, die andere Seite will ich nicht.“ Während wir uns in diesem Bewusstsein befinden und während hier auf der Erde ein Bewusstseinswandel stattfindet, nämlich von diesem alten, eingeschränkten Bewusstsein hin zu einem neuen, offenen Bewusstsein, erwarten wir, dass die Veränderung sich innerhalb des alten Bewusstseins zeigen soll. Wir haben unser Leben lang gekämpft um Gesundheit, Erfolg, Harmonie, Reichtum, Geborgenheit, Anerkennung. Und jetzt, während wir erwachen, gibt es eine tiefe Überzeugung von uns, dass das Erwachen bedeutet, dass wir ewige Fülle finden, ewige Gesundheit für unseren Körper, ewige Anerkennung von anderen Menschen, ewige Harmonie in unserer Beziehung, ewiger Reichtum auf unserem Bankkonto oder in unserem Leben, ein ewiges Gewinnen für all unsere Vorhaben, ein ewiger, dauerhafter Erfolg für alles, wo wir uns um Erfolg bemüht haben. Wir suchen nach dieser Welle, die für immer oben bleibt, auf dieser Wellenspitze für immer stehen bleibt. Wir glauben daran, dass es möglich ist, diese Welle festzuhalten, so dass sie nie in die Tiefe sinkt in das Wellental, sondern für immer ganz weit oben stehen bleibt, verharrt. Es gibt Momente, wo es so aussieht, als würde dieses Vorhaben glücken. Es gibt Momente, wo wir uns für Fülle öffnen und Fülle ist da, Fülle kommt und Fülle bleibt für eine gewisse Zeit. Es gibt Momente, wo wir sagen: „Ja, ich hab’s geschafft, Ich bin gesund. Ich bin reich. Ich bin erfolgreich. Ich lebe in Harmonie, zumindest heute. Alles läuft glatt. Alles ist so, wie ich es schon immer haben wollte. Das ist doch die Neue Energie.“ Das muss es doch sein, diese Schokoladenseite des Lebens. Das muss es doch sein, wenn wir über Erwachen sprechen. Das stellen wir uns doch vor. Keine Probleme mehr, keine Herausforderungen mehr, kein Hunger, kein körperlicher Schmerz, keine verlorenen Schlüssel, keine verpassten Termine, keine Unreinheiten auf der Haut, kein Loch in unseren Socken, keine Verdauungsprobleme - niemals wieder, keine Speisen, die uns auf dem Herd anbrennen. Nichts, was uns mehr herunterfällt. Nie wieder etwas Falsches sagen, immer Recht haben. Nie wieder etwas falsch machen, immer alles richtig machen. Ewige, dauerhafte Perfektion. Ewiges Licht.
Der Wunsch nach Perfektion Ist es nicht das, was wir anstreben? Immer oben zu sein. Immer alle Probleme gelöst zu haben. Alle Blockaden ein für allemal weggesprengt. Die absolute Herrschaft über unser Leben einzunehmen, so dass unser Ego, das immer schon perfekt sein wollte, das immer schon alles, was nicht perfekt war, bekämpft, gehasst und verdammt hat, auf einmal siegt, für immer siegt - und all der Dreck und Zerfall und alles, was wehtut und alles, was unseren Ansprüchen nicht genügt, darf in die Müllverbrennung, darf ausgerottet werden. Ist es nicht das, was wir wollen? Perfekt zu sein. Ewig perfekt zu sein. Ist es nicht das, was alle Diktatoren, die jemals diese Welt beschritten haben, angestrebt haben? War es nicht Hitler, der in unseren Breitengraden herkam und gesagt hat: „Wenn erst diese Menschen hier verschwinden, die nicht in mein Bild passen, dann wird Frieden sein. Frieden für mich. Frieden für dieses Land. Frieden für die Welt.“ Wenn nur alles entsorgt ist, was nicht in unser Bild passt, was nicht „schön“ aussieht, was nicht erfolgreich ist, so wie wir es uns vorstellen, was nicht perfekt ist, so wie wir gerne perfekt sein wollen, ist nicht die Lösung, es einfach zu vernichten? Scheint dieser Wunsch nach Perfektion nicht so unschuldig, so menschlich, so selbstverständlich? Würde nicht jeder dir zustimmen und sagen: Ja, kämpfe gegen deine Blockaden. Sprenge sie aus dem Weg. Vernichte diese Schwäche, die du noch immer in dir trägst. Du musst dich nur bemühen, dann bist du irgendwann perfekt, dann bist du erleuchtet. Dann bist du so wie all diese Menschen, die du auf einen Thron setzt, auf ein Podest, die aus der Ferne betrachtet wirklich perfekt scheinen und von denen du glauben kannst, sie hätten nie Bauchweh, nie Angst, nie Trauer, nie Schmerz, nie Einsamkeit. Von denen du glauben kannst, sie kämen nie zu spät, hätten nie einen Autounfall, würden nie etwas Falsches sagen, etwas Falsches machen - würden nie ihr Essen auf dem Herd anbrennen lassen, wären immer perfekt. Je länger ich darüber spreche, über diesen Wunsch nach Perfektion umso unangenehmer wird es, diesen Wunsch nach Perfektion zu spüren, umso mehr kannst du die Härte in diesem Wunsch spüren, die Verblendung, die Unmenschlichkeit und vielleicht sogar den Wahnsinn. Den Wahnsinn, den Menschen hier auf diese Erde mitgebracht haben. Den Wahnsinn der alten Energie, die immer wieder dachte, wenn dieser Mensch weg ist, wenn dieser Streit erst einmal weg ist, wenn diese Schwierigkeit erst einmal weg ist, wenn diese Angst erst einmal weg ist, wenn dieser Mangel erst einmal weg ist, dann geht es mir irgendwann einmal gut. Dann kann ich mich in diese lichtvolle Ecke meines Lebens einsperren und niemals wieder die Tür öffnen. Denn wir alle wissen, es gibt Momente, in denen wir es geschafft haben, so gut zu sein, so lichtvoll, so perfekt, so leicht, so gelöst, so vollkommen, so harmonisch, so weise und salbungsvoll zu sprechen, so gütig und milde zu sein wie niemals zuvor. In dem Moment haben wir alles getan dafür, dass es so bleibt. Und sobald unser Partner kam und etwas gesagt oder getan hat, was dieses lichtvolle Licht gestört hat, haben wir geflucht und gesagt: „Oh nein, dieser Partner oder diese Partnerin hat mir wieder hineingepfuscht. Ich war doch im Licht. Ich war doch das Licht. Warum kommt jetzt wieder der Schatten? Warum kommt wieder etwas Dunkles, wieder etwas Herausforderndes? Warum? Hätte ich bloß nicht die Tür aufgemacht.“ Manche Menschen fliehen mit ihrem Licht in eine einsame Höhle irgendwo im Himalaja und sprechen niemals wieder mit irgendeinem Menschen. Wer weiß, vielleicht gelingt es ihnen, ihr Licht zu schützen gegen die Welt, gegen die Dunkelheit, gegen andere Menschen und gegen jede Art von Entwicklung, sich stark zu machen und in einer Art Vakuum zu bleiben. Vielleicht gelingt es ihr Leben lang oder für eine bestimmte Zeit zumindest. Aber es gibt genügend Geschichten von Menschen, die lange Zeit irgendwo alleine waren und meditiert haben oder versucht haben, in dieses Licht zu kommen, und die irgendwann wieder zurückgekehrt sind, zurück in ihre Familie, in ihr Zuhause, in ihren Beruf, zurück auf diesen Kontinent, auf dem sie geboren wurden - und auf einmal kam alles wieder zurück, die Dunkelheit, die Verzweiflung, die Probleme, die ungelösten Dinge, alles, was ihnen schwer gefallen ist. Alles war wieder da. Mit einem Schlag war alles wieder da. So wie wenn du die Tür aufmachst und alles, was vor deiner Tür ist, wird wieder sichtbar. So wie du deine Augen öffnen kannst und alles, was vor deinen Augen ist, taucht auf einmal wieder auf.
Die Veränderung geschieht im Innen So wie wir unser Herz öffnen können für alles, was wir sind, und auf einmal fühlen wir alles, was wir sind. Wir fühlen nicht nur das Licht, das wir so lange angebetet und angestrebt und beschützt haben, sondern wir spüren auch die Dunkelheit, die wir so lange abgelehnt und verdammt und gefürchtet haben. Wir spüren beides. Wir spüren das Licht und wir spüren die Dunkelheit. Ich möchte dir gerne ein Beispiel geben, ein Beispiel, in das du dich hineinfühlen kannst. Wenn du draußen auf einer Wiese sitzt und zum Himmel schaust und du siehst eine weiße Wolke, eine wundervolle Schönwetterwolke am Horizont auftauchen und langsam über dich hinweg ziehen. Du siehst das. Du nimmst das wahr. Und gleichzeitig mit dieser schönen, angenehmen Schönwetterwolke siehst du am Horizont eine dunkle Wolke auftauchen, eine Regenwolke, eine Schlechtwetterwolke. Du siehst die weiße Wolke und du siehst die dunkle Wolke. Du siehst das Helle, Lichte und du siehst das Dunkle, das weniger Angenehme. Kannst du wahrnehmen, wer sowohl die helle Wolke als auch die dunkle Wolke sieht? Kannst du wahrnehmen, dass es nicht nur darum geht, zu spüren „oh, da ist die helle Wolke und da ist die dunkle Wolke“, und sich vollkommen in diesen Kampf zu gegen das Helle und das Dunkle verstricken, sondern dass es auch möglich ist, wahrzunehmen, dass helle und dunkle Wolken an diesem Himmel sind, dass helle und dunkle Wolken immer, solange es diesen Himmel gibt, solange es diese Erde gibt, an diesem Himmel entlang ziehen werden und dass die Neue Energie nicht ein Ausdruck des Kampfes gegen das Dunkle oder für das Helle ist, sondern dass Neue Energie im Grunde ein Ausdruck des Friedens ist, des Friedens, den wir schließen mit dem Hellen und dem Dunklen.
Aus der Hypnose aufwachen Weil deine Augen so lange nach außen geschaut haben und so lange auf diesen Bildschirm des Lebens gestarrt haben, wo manchmal schöne Filme gezeigt werden und manchmal Horrorfilme, grauenvolle Filme. Weil du viele Leben lang nur darauf gewartet hast, dass endlich nur noch schöne Filme, nur Komödien kommen, kannst du noch gar nicht wahrnehmen oder beginnst vielleicht erst zu ahnen, dass die Veränderung, die Veränderung innerhalb der Neuen Energie, nicht im Außen stattfindet, zumindest nicht zunächst im Außen. Sondern zunächst findet diese Veränderung in deinem Inneren statt. Diese Veränderung findet im Betrachter statt, nicht in dem, was du betrachtest. Egal, wie viele helle oder dunkle Wolken heute an deinem Himmel entlang ziehen, die Veränderung, die geschieht, findet in dir statt, nicht in den Wolken, nicht in der Art und Weise der Wolken, nicht in der Geschwindigkeit der Wolken, nicht in dem Gesicht der Wolken, nicht in der Form der Wolken, sondern in dem, der diese Wolken sieht, da findet ein Erwachen, eine Öffnung statt. Wenn wir träumen, erleben wir viele Dinge. Wir erleben schöne Dinge und wir erleben hässliche Dinge. Wir erleben fröhliche Dinge und wir erleben furchtbare Horrorträume, Alpträume. Wenn wir erwachen aus diesem Traum, findet diese Veränderung nicht innerhalb des Traumes statt. Erwachen bedeutet nicht, dass du auf einmal nur noch schöne Träume hast. Erwachen jeden Morgen bedeutet, dass derjenige, der geträumt hat, erwacht. Dass derjenige, der sich verloren und aufgelöst hat in seinen Träumen, auf einmal wach wird und spürt: „Ich bin da. Ich bin wach. Ich bin bewusst. Ich bin hier.“ In dieser Veränderung, in diesem Wachwerden geschieht auch eine Veränderung im Außen, weil es selten so ist - es sei denn wir sind schwer krank - dass wir morgens aufwachen und wach werden und genauso liegen bleiben, als würden wir noch immer träumen, als wären wir noch immer im Tiefschlaf. Das spirituelle Erwachen, die Neue Energie, die in unserem Inneren erwachen möchte, das ist ein Erwachen aus deinem Wachzustand. Denn auch dieser Wachzustand war eine Art Traum, den du geträumt hast. So ähnlich als hättest du ferngesehen und dich vollkommen in diesem Film, der gezeigt wird, verloren. Du nimmst deinen Körper nicht mehr wahr, deine Umgebung nicht mehr wahr, dein Leben nicht mehr wahr, dich selbst nicht mehr wahr, nicht mehr wahr, ob du Hunger hast oder Durst, ob dir kalt ist oder warm. Du bist nur noch in diesem Film und wartest darauf, dass etwas Besseres kommt. Die heutigen Fernsehgesellschaften machen sich das alte Bewusstsein immer noch zunutze. Denn sie wissen ganz genau, dass alle Menschen darauf warten, dass etwas Schöneres kommt, etwas Besseres kommt, etwas Erfüllendes kommt. Mit diesem Versprechen kann man Menschen stundenlang vor dem Fernseher festhalten und sagen: „Steh nicht auf. In einer halben Stunde kommt noch etwas Besseres. Geh nicht weg. In einer Stunde kommt noch etwas Besseres. Und danach noch etwas Besseres und dann noch etwas Besseres. Bleib hier sitzen und warte, warte, warte, bis etwas kommt. Zwar kommt nie etwas, aber wir bleiben in diesem Wartezustand, verharren in dieser eingefrorenen Hypnose, in der wir unser eigenes Selbst überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Wir schlüpfen in den Fernseher mit allem, was wir sind, mit allem, was wir haben. Wie können wir den Fernseher ausschalten, wenn wir glauben: „Nein, nein, nein, ich bin in diesem Fernsehen und ich muss warten, bis der Fernseher mir etwas Schönes bringt, und dann bin ich erlöst.“ Erwachen aus dieser Art von Wachzustand würde bedeuten, dass du vor dem Fernseher sitzt, mitten in der Hypnose, mitten in deiner Hoffnung, dass endlich alles gut wird durch den Fernseher, dass der Fernseher dich erfüllt und dir alles schenkt, was du in Wirklichkeit bist, was du ein Leben lang gesucht hast und du, während du hier sitzt, auf einmal wahrnimmst: Wer ist es in mir, der wartet? Wer ist es in mir, der hofft, den perfekten Film zu bekommen, die perfekte Erfahrung zu machen, perfekte Harmonie zu erreichen? Wer in mir sehnt sich danach, wartet darauf, möchte das haben? Wer in mir wartet, wartet auf die Erlösung, wartet auf die Neue Energie, wartet darauf, dass endlich alles wieder gut ist?
Erwachen In dem Moment, in diesem heiligen Moment des Erwachens, kann es sein, dass der Fernseher immer noch läuft und die Wolken mit großer Wahrscheinlichkeit immer noch über dein Haus hinweg ziehen und in deinem Körper sich immer noch Momente von guten Gefühl und Schmerz abwechseln und dass die Wellen auf dem Ozean deines Lebens immer noch in die Höhe steigen und in die Tiefe sinken, dass die Jahreszeiten immer noch kommen und gehen, dass schöne und traurige Gefühle sich immer noch abwechseln, kommen und gehen. Aber in diesem Moment des Erwachens entdeckst du in dir selbst etwas, das nicht kommt und nicht geht. Das, was du ein Leben lang im Außen gesucht hast, was weder im Licht war, in allen lichtvollen Energien noch in der Dunkelheit, in allen dunklen Energien, das kommt auf einmal in dein Bewusstsein. Anstatt nur zu träumen, merkst du auf einmal, wer in deinem Inneren diesen Traum wahrnimmt. Anstatt zu versuchen, nach dem perfekten Traum zu streben, merkst du auf einmal die Perfektion in dem, welches den Traum wahrgenommen hat. Innerhalb der alten Energie, dieser dunklen, dunklen Zeit auf dieser Erde haben Menschen in dieser menschliches Erfahrung ihr eigenes Bewusstsein verloren und vergessen, wie wertvoll dieses Bewusstsein ist. Sie haben angefangen, nur noch nach Dingen zu streben, nach Gefühlen, nach Zuständen, nach Reichtum, nach Gesundheit, nach irgendwelchen Dingen im Außen und vergessen, dass es immer schon jemanden, etwas in uns gegeben hat und immer geben wird und dieses Etwas ist bereits glücklich, erfüllt, in Frieden, strahlend, leuchtend, still, lebendig, weise, richtig. Es ist einfach. Es ist dein Sein. Dein wahres Sein. Dein Sein, das sich verborgen hat, dem du über Jahrtausende hinweg keine Beachtung mehr geschenkt hast, weil du zu beschäftigt warst, zu beschäftigt, auszusortieren, was ist gut und was ist schlecht im Außen: „Wie kann ich das Schlechte für immer wegbekommen und nur noch Gutes in meinem Leben haben?“ Das heißt, um auf unser Beispiel vom Anfang zurückzukommen: Selbstverständlich schauen die Augen der alten Energie nach außen und sagen: Wann ist das Neue endlich da? Das Neue müsste doch erst dann da sein, wenn alles perfekt ist oder wenn ich endlich perfekt bin. Oder wenn alles explodiert - und danach ist dann alles perfekt, weil wir in die Zeit vor dem Urknall zurückgekehrt sind. Aber die Neue Energie ist nirgendwo dort draußen. Die Neue Energie, das neue Bewusstsein ist nichts weiter als dein Bewusstsein, dein Sein. Obwohl es immer schon da war, haben es die meisten Menschen über Jahrtausende hinweg niemals wahrgenommen. Stell dir vor, jemand weiß nicht mehr, wer er wirklich ist. Stell dir vor, du wärst nach deiner Geburt entführt worden und wärst in eine ganz arme, ganz negative Umgebung gekommen und die Menschen dort hätten dir gesagt: „Du bist nutzlos. Du bist wertlos. Du bist niemand. Du bist nur Dreck. Du bist sündig. Du bist schuld an allem.“ Und du wüsstest nicht genau, wer du wirklich bist in diesem Moment. Irgendwann hättest du begonnen das zu glauben, zu glauben: „Na ja vielleicht stimmt das wirklich. Vielleicht bin ich wirklich so schlecht, so sündig, so falsch, so furchtbar, so fehl am Platz, so überflüssig.“
Wissen, wer du wirklich bist Was geschieht jemandem, der weiß, wer er wirklich ist, wenn all diese Wolken am Himmel vorüberziehen, schöne Wolken, hässliche Wolken, Regenwolken, Schönwetterwolken, Sommerwolken, Winterwolken, Nebel, Schneewolken? Derjenige kann auf all diese Wolken schauen und wissen, dass es nur Wolken sind, dass immer schon Wolken da waren und immer Wolken da sein werden. Derjenige, der weiß, wer er wirklich ist, ruht in seinem eigenen Sein. Es können die Stürme des Lebens kommen, wenn sie kommen. Es kann der Zauber und die Schönheit des Lebens kommen, wenn er kommt. Unser Sein ist einfach da und nimmt es wahr, fühlt es liebevoll, erlebt es, ohne sich darin zu verlieren. Vielleicht klingt das alles kompliziert und verkopft und vielleicht sogar bedeutungslos für dich, weil etwas in dir immer noch hofft, das Dunkle wegzubekommen und mehr von der Helligkeit zu behalten und sich noch überhaupt nicht interessiert für dieses wahrhaftige Licht, das wahrhaftige Sein in dir. Das macht nichts. Du kannst es einfach hören, es auf dich wirken lassen und schauen, ob es irgendwo in dir eine Art von Verwirrung gibt, eine Art „Bildstörung“ im Fernseher, wo diese Hypnose, in der wir alle leben, unterbrochen wird und wir sagen: „Hey, wow, hu, wo bin ich? Ah, hm, da ist ja noch etwas Anders außerhalb vom Fernseher, da ist noch jemand, der schaut, der zuschaut, der da ist. Da ist nicht nur der Fernseher und das, was wir im Fernseher sehen. Da ist noch jemand da, der schaut.“ Diese Herauslösung aus der alten Energie hinein in unser wahres Sein, in unser wahres Bewusstsein ist ungefähr so, wie würde man versuchen, einen Saugnapf von der Wand entfernen. Wenn man einfach mit Gewalt daran zieht, dann hält er umso stärker fest. Aber wenn man so ein klein bisschen, zart und behutsam, eine kleine Ecke anhebt, auf einmal zerfällt die Kraft, die diesen Saugnapf festgehalten hat, und auf einmal ist eine Lösung da, eine Öffnung da, ein Erwachen da. Dieses Erwachen war immer schon da. Diese Lösung war immer schon da. *** Diese Begegnungen, die wir gemeinsam teilen, sind ein Raum, in dem wir gemeinsam eine Ecke von diesem Saugnapf anheben, indem wir es uns in diesem alten Bewusstsein unbequem machen und uns einladen zu spüren, dass es da noch etwas gibt jenseits von diesem alten Bewusstsein. Das wirbelt viel Staub auf in unserem Inneren. Diese Zeit des Erwachens ist eine stürmische Zeit, aber die Stürme finden meistens in uns selbst statt. Je mehr wir Erwachen und je mehr wir in diesem Erwachen landen und ankommen, wird uns bewusst, das, was ich jetzt als wach erfahre, war immer schon da. Wir waren immer schon die Kinder des Göttlichen. Wir waren immer schon ein Teil dieses Ozeans. Wir waren immer schon erlöst und getragen und gehalten. Alle, die uns diesen Weg vorausgegangen sind, haben das bestätigt und gesagt: „Du bist bereits frei. Du bist bereits unendlich geliebt. Du bist bereits sicher. Du bist bereits angekommen. Hör auf zu kämpfen. Hör auf dich zu verstricken, mit dem, was ist und erlaub dir jenseits von diesem Kampf einen Frieden zu finden, den man nicht erkämpfen kann. Dieser Frieden war immer schon da, war immer schon da und wird immer da sein, wird immer da sein.“ Wenn du möchtest, dann lade ich dich ein, zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit ein paar weiche liebevolle Atemzüge fließen zu lassen und zu spüren, da ist etwas, das sich bewegt, das sich wandelt, das anders aussieht als vorher. Da ist etwas in dir, ein Fels in der Brandung, der da ist, egal wie hoch die Wellen heute schlagen, egal, wie sanft das Meer sich heute zeigt, das Meer deines Lebens, kannst du den Fels in der Brandung wahrnehmen, der dich hält, der dich trägt, der dich liebt. Du bist dieses stille Sein. Du bist diese Liebe hinter all den Dingen, in all den Dingen. Du bist dieser Frieden, auf den wir alle warten. Du bist dieses Neue, das wir im Außen vergeblich gesucht haben. Du bist die Neue Energie. Du bist das neue Bewusstsein.
Transkribiert von Christine Seitz
© 2011, Lea Hamann, Königstein im TaunusWir freuen uns, wenn du diesen Text unter Hinzufügung dieser Fußnote auf nichtkommerzielle Weise frei weitergibst oder weiterversendest!Über Lea Hamann:
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